Schlagwort: Freie Arbeit

  • Bildbearbeitung in Schwarz-Weiß oder Farbe?

    Bildbearbeitung in Schwarz-Weiß oder Farbe?

    Früher war alles besser? Nein, umständlicher – zumindest in der fotografischen Vergangenheit. Die digitale Fotografie hat die Möglichkeiten der kreativen Gestaltungsmöglichkeiten nicht nur vereinfacht, sondern gleich vertausendfacht – ein Traum! 

    Nochmal zu „Früher“: Wir sprechen hier nicht über Großvaters Zeiten, eher über unsere eigenen vor rund 15 bis 20 Jahren! Gut, in der digitalen Welt sind das Lichtjahre, in unserem eigenen Erleben war das aber gerade eben. Wer mit Blitzanlagen arbeitete, brauchte einen Belichtungsmesser zum Einstellen der Lichter. Wer bei schwachem Licht fotografierte, hat einen anderen Film eingelegt als derjenige, der die Mittagssonne als Lichtquelle nutzte. Und wenn du ein Schwarz-Weiß-Foto haben wolltest, musste ein Schwarz-Weiß-Film her, kein Farbfilm. UM-STÄND-LICH! 

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    Das Pietzmoor in Schneverdingen. Eigentlich hatte ich eine Ausarbeitung in Schwarz-Weiß im Hinterkopf, um die „Schwere“ des Moores und seine Düsterheit darzustellen. Beim Bearbeiten der Bilder fiel mir auf: Die Blautöne des nebligen Novembermorgens passen auch ganz gut und machen das Bild richtig schön gruselig-kalt. Gut, dass die moderne Bildbearbeitung diese Möglichkeit(en) der individuellen Ausarbeitung bietet. 

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    Eine weitere Aufnahme des Pietzmoors, kurz nach Sonnenaufgang. Ursprünglich sollte das Foto durch seine Farben leben, ich mag aber die Schwarz-Weiß-Variante deutlich lieber. Was meinst du?

    Was bin ich – Fotograf oder Bildbearbeiter?

    Heute kann sich der Fotograf viel mehr auf sein Motiv konzentrieren und mittels Knopfdruck auf sich verändernde Gegebenheiten reagieren. Ein riesiger Gewinn sind die digitalen Bearbeitungsmöglichkeiten der Fotoergebnisse im Nachgang. Eine kreative Spielwiese! Ich sage: Das Fotografieren macht heutzutage mindestens 51% aus, während die Bildbearbeitung bis zu 49% für das Ergebnis verantwortlich sein kann. Ich selbst komme noch aus der analogen Fotografie, wo du ein schlechtes Foto erhalten hast, wenn du schlecht fotografiert hast. Deshalb lege ich bis heute viel Wert auf den handwerklichen Bereich der Fotografie – also auf die Aufnahme an sich. Ich kenne allerdings Fotografen, die relativ schludrig fotografieren und am Ende (mit viel Zeiteinsatz, das muss man dazu sagen) umwerfende Ergebnisse mittels Photoshop & Co aus dem Ausgangsmaterial zaubern. Richtigerweise müsste man hier zwischen der Bezeichnung Fotograf und Bildbearbeiter unterscheiden…

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    Diesen Priester einer Orthodoxen Kirche entdeckte ich auf Kreta vor dem Eingang des Gotteshauses. Ich zeigte auf meine Kamera und fragte, ob ich ihn fotografieren dürfe. Er bejahte mit seinen Augen und ruhte dabei in sich selbst. Bei dieser Aufnahme kommt für mich gar nichts anderes infrage als die Bildbearbeitung in Schwarz-Weiß!

    Das Ziel: Optimierung, nicht Veränderung!

    Ich verstehe mich als Fotograf. Und das zu einem erheblichen Teil. Ich mag nur selten Looks auf Grundlage von Farbverschiebungen und andere extreme Bearbeitungen. Fast immer bin ich bemüht, die ursprünglich vorhandene Lichtsituation eins zu eins abzubilden. Deshalb verwende ich inzwischen auch gerne einen anderen Ausdruck und spreche im Rahmen meiner Fotografie eher von Bild-OPTIMIERUNG, nicht -BEARBEITUNG. Vielleicht ist das Erbsenzählerei. Ich will aber nur bestimmte Wirkungen betonen, nicht in sich verändern und schon gar nicht völlig neu zusammensetzen. Bin halt ein alter Knacker aus der analogen Fotografie. Was damals in der Dunkelkammer durch verschiedene Flüssigkeiten und unterschiedliche Verweildauer des Fotos darin erreicht wurde, regele ich heute unkompliziert am Bildschirm. (In einem früheren Blogbeitrag habe ich mir ganz grundsätzliche Gedanken über die Bildbearbeitung gemacht, die heute noch genauso aktuell sind. Hier geht es direkt dorthin: „Darum gehört die Bildbearbeitung zum Fotografieren dazu.“)

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    In der Hochzeitsfotografie ist die Bildbearbeitung in Schwarz-Weiß ein großes Thema. Viele Fotos gewinnen an Wirkung, wenn wir die Farbe weglassen und erhalten dadurch eine zeitlose Eleganz. Der hier abgelichtete Eröffnungstanz wird als S/W-Version auch in 30 Jahren noch schön anzusehen sein. Bei der Farbausarbeitung dürfte man später wohl eher sagen: „Echt jetzt? Wir haben bei fliederfarbener Beleuchtung gefeiert..?“

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    Und auch beim „Getting Ready“, also bei den morgendlichen Vorbereitungen am Tag der Hochzeit, setze ich gerne auf Schwarz-Weiß. Sieht toll aus und reduziert die Aufnahme aufs Wesentliche.

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    In der Babyfotografie ziehe ich hin und wieder ebenfalls eine Bildbearbeitung in Schwarz-Weiß vor. 

    Die ewige Frage: Bildbearbeitung in Schwarz-Weiß oder Farbe?

    Was ich aber wirklich genial finde, ist die Möglichkeit, mich nicht vorher festlegen zu müssen, ob ich ein Schwarz-Weiß- oder Farbfoto erstellen möchte. Vor 20 Jahren habe ich den guten Ilford-Film eingelegt (mit 36 Aufnahmen. Aaargh!) wenn ich mich in S/W austoben wollte. Für die Landschaftsbilder musste dann wieder der Fujicolor her. Damals wäre ich im Leben nicht auf die Idee gekommen, den Ilford-Schwarz-Weiß-Film für den Sonnenuntergang in den Alpen zu verwenden. Heute kann ich solche Dinge am Rechner ausprobieren und bin oft überrascht, wie gut Fotos in Schwarz-Weiß wirken können, die ursprünglich von ihren Farben leben sollten.

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    Ich gestehe: Bei dieser Aufnahme vom Hopfensee vor dem Alpenpanorama kann ich mich kaum entscheiden, welche Version ich besser finde. Schwarz-Weiß oder Farbe? Tagesabhängig – ich mag beides! 

    Wenn die Wahl zur Qual wird

    Hier ist die moderne Bildbearbeitung wirklich ein Segen. Und es wird noch besser: Selbst die unterschiedlichen Charakteristika früherer S/W-Filme (Körnung, Kontrast etc.) lassen sich am Rechner nachempfinden. Nicht bis zur Perfektion aber mit tollen Ergebnissen. Ich liebe es! 

    Aber: Wo Schatten ist, ist auch Licht! Wer wüsste das besser als der Fotograf? Denn: Die Wahl wird rasch zur Qual! Manchmal sitze ich stundenlang (!) in meiner digitalen Dunkelkammer vor einem Bild und schiebe die virtuellen Regler unentschlossen am Bildschirm hin und her. Warum? Darum: Weil ich mich nicht entscheiden kann, wie ich das Foto entwickeln soll. Bin ich endlich zu einer Lösung gekommen und schaue mir das Foto einige Tage später wieder an, mache ich nicht selten alles noch einmal von vorne. Die Wirkung eines Fotos kann – je nach Entwicklung – vollkommen anders ausfallen! Farbe oder Schwarz-Weiß? Das ist eben mehr als eine Frage zur Farbe!

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    Dieses Foto entstand bei einem TFP-Shooting an den Elbbrücken in Hamburg. Weil mir in der Farbausarbeitung zu viele unterschiedliche Farben auftauchen, entschied ich mich für Schwarz-Weiß. Was als „Fluchtlösung“ gedacht war, gefällt mir ohne Farbe sehr viel besser. Dir auch?

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    In der künstlerischen Architektur-Fotografie möchte ich nicht auf Schwarz-Weiß verzichten! (Übrigens, hier findest du einen Blogbeitrag mit weiteren Architekturfotos ähnlicher Machart: Freie Arbeit: Architekturfotografie)

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  • Warum ich als Fotograf keine Werbung (mehr) mache…

    Warum ich als Fotograf keine Werbung (mehr) mache…

    „Wer nicht wirbt, der stirbt!“ so hat es Henry Ford vor vielen Jahren einmal gesagt. Wer ihn nicht kennt: Henry heißt (besser: hieß) nicht umsonst Ford mit Nachnamen. Er war es, der im Jahre 1903 die Ford Motor Company gründete. Aha, der gute Mann wusste also schon damals, wie es mit der Werbung so läuft. 

    Als ich mich mit der Fotografie selbstständig machte, wollte ich also seinen guten Rat beherzigen. Nun gab es allerdings drei Probleme: Erstens, ich hatte nicht die geringste Ahnung, WIE man wirbt. Außerdem, zweitens, fehlte mir das Geld zum Werben. Der ewige Teufelskreis. Wenn Dich keiner kennt, hast Du wenig Aufträge, hast Du wenig Geld, hast Du keine Werbung. Aaaargh! Drittens: Ich bin zu allem Unglück die Sache ziemlich blauäugig angegangen. 

    Werbung? Flyer-Alarm!

    Der Reihe nach: Wer seinen Gewerbeschein in der Tasche hat (was keine Hürde darstellt) und durchstarten will, lässt sich erstmal Visitenkarten und Flyer drucken – was ebenfalls keine Hürde darstellt. Mit (m)einem Investment in Höhe von rund 100 Euro lieferte mir der Postbote schon bald mehrere Tausend Werbeflyer von meinem Druck-Dealer ins Haus. 

    Verbraucherinformation, keine Werbung! Doch ich hatte nicht damit gerechnet, gleich zur Rede gestellt zu werden…

    Kaltaquise. Ich versuchte es ganz klassisch, die Dinger unters Volk zu kriegen. Weil ich mir für nichts zu schade bin, hing ich mir also meine Schultertasche um und verteilte die frische Druckware in diversen Briefkästen. Ich hatte die Rechnung aber ohne den Wirt – oder anders ausgedrückt, ohne den Kopf einzuschalten – gemacht. Weil: Um 1000 Briefkästen zu befüllen, muss man verdammt viel Strecke machen! Im dreizehnstöckigen Hochhaus mag das theoretisch zwar noch ganz fix gehen, aber lebt dort tatsächlich meine Zielgruppe? Dann lieber die etwas gehobenere Einzel- und Reihenhaussiedlung. Da kamen schnell etliche Kilometer Fußstrecke zusammen… Und es war noch eine zusätzliche Schikane eingebaut. Denn: rechnerisch verdoppelte sich die Strecke. Ich weiß jetzt, was es bedeutet, auf jedem zweiten Briefkasten den Aufkleber „Bitte keine Werbung einwerfen!“ zu lesen. Die Steigerung: „Werbung einwerfen VERBOTEN!“ Oha! Kurz nachgedacht und resümiert: „Die wissen ja gar nicht was ihnen entgeht!“ Schwupps, schon hatte jeder, der wollte oder nicht, meinen Flyer im Briefkasten. Das ging natürlich nicht lange gut:

    „Eeey, kannst Du nicht lesen?“ Kunstpause. „Oder was?“

    „Doch, meistens klappt’s!“

    Wieder der böse Mann: „Ich will den Sch*** nicht in meinem Briefkasten haben!“

    „Ist kein Scheiß!“

    „Nun werd hier mal nicht komisch! Wir wollen hier sowas nicht!“

    „Guter Mann, das ist Papier, keine Bombe!“

    „Das gibt ne Anzeige, darauf kannst Du Dich verlassen! Ich ruf bei Deinem Chef an!“

    „Alles klar. Gute Besserung!“ (Ja, das war ein bisschen vorlaut – ist mir so rausgerutscht.)

    Ich verzichtete darauf ihm zu erklären, dass ich vermutlich selbst ans Telefon gehen würde. Geklingelt hat’s – all seinen Unkenrufen zum Trotz – nicht. Weder er noch ein Kunde rief an. Trotzdem: Beides hat mir nachhaltig die Lust am Austeilen meiner Wurfsendung genommen.

    Ich habe nie wieder Werbung in einen Briefkasten geworfen.

    Visitenkarte des Fotografen Florian Laeufer

    Visitenkarten des Hamburger Fotografen Florian Läufer. Schon für wenige Euro lassen sich qualitativ hochwertige Ergebnisse drucken. Erstaunlich, dass eine Druckerei daran noch Geld verdienen kann…

    Facebook – maßgeschneiderte Werbung?

    Von jetzt an setzte ich auf Facebook. Hier konnte ich mit relativ wenig Geldeinsatz sehr gezielt meine Werbung platzieren. Ganz easy. Eigentlich. „Beitrag bewerben“ oder „Mit 35,00 Euro bis zu 2.500 User erreichen“ – so oder ähnlich machten mir die FB-Werbestrategen die Entscheidung zu bezahlter Verbraucherinformation leicht. Klick…, Klick…, Klick… schon war meine erste Werbeanzeige aktiv. Ganz klar, Zielgruppe und -region hatte ich vorab genauso festgelegt, wie die Interessenschwerpunkte und das Alter der Personen, denen mein Beitrag angezeigt werden sollte. Vorsichtshalber hielt ich mein Telefon schonmal griffbereit, um die eingehenden Aufträge anzunehmen… Geklingelt hat’s natürlich wieder nicht. Bei Facebook in der Kasse, ja. 

    Immerhin: Etliche Likes habe ich trotzdem erhalten. Aus Aserbeidschan, der Türkei und Simbabwe. Echte Anfragen? Nullkommanull. Hatte ich da etwas falsch verstanden? Heute weiß ich, dass es als absoluter Nonsens gilt, derartige Werbeanzeigen bei Facebook zu schalten. Da muss man schon eine „Kampagne“ starten. Aber ganz ehrlich: Wie viel Geld muss ich in die Hand nehmen, um „richtig“ zu werben? Und: Wie viel Aufträge muss ich dafür fotografieren, damit a) das Geld wieder reinkommt und b) noch etwas übrig bleibt? 

    Ich habe nie wieder für eine Facebook-Werbung Geld in die Hand genommen.  

    Beste Werbung: 5-Sterne Bewertungen bei Facebook von dem Hamburger Fotografen Florian Läufer (Screenshot)

    Beiträge kostenpflichtig bei Facebook bewerben? Mache ich nicht mehr! Ich setze alles auf eine Karte: kompromisslose Kundenglücklichkeit. Dann darf man sich über tolles Feedback freuen.

    Hochzeitsmesse – da wo sich meine potenzielle Kundschaft informiert

    Im Winter kam mir dann die Idee mit der Hochzeitsmesse. Die Investition für einen eigenen Stand erschien mir für den Anfang zu hoch. Außerdem hörte ich, dass sich die Fotografen auf den Messen eine Schlacht liefern. Rabatte, Rabatte, Rabatte! Das finde ich doof. Und überhaupt: Ich hatte ja noch die Flyer! Also bestückte ich damit meine Schultertasche und wollte die Papierbotschaften vor der Eingangstür verteilen. Mist, da stand natürlich schon einer! Inkognito ließ ich mir von dem Typen einen Flyer aushändigen. Fehlalarm! Es ist DJ, kein Fotograf. Puh! Erst jetzt fiel mir auf, dass er sich immer hinter einer Säule versteckte, damit ihn die Security am Eingang nicht sieht. Klar, man soll natürlich eine Standmiete bezahlen und nicht auf Lau vor der Tür Flyer verteilen. Erinnerte mich irgendwie an die Aufkleber an den Briefkästen. „Betteln verboten!“ wäre hier angebracht gewesen.

    Okay, ich überließ dem Platzhirsch seinen Posten, ging zum Parkplatz und verteilte nun hier meine Flyer. Anders: Ich VERSUCHTE sie zu verteilen. Sobald mich die Leute mit meinen Handzetteln sahen, versuchten sie mir auszuweichen. Ich fühlte mich, als würde ich Drogen verkaufen. Einige hatten Mitleid. „Darf ich Ihnen einen Flyer überreichen?“ Die guten Seelen nahmen den Flyer lächelnd entgegen und stopften ihn irgendwo in die Jackentasche. Ob sie sich ihn jemals angesehen haben? Nach dreißig Minuten bin ich nach Hause gefahren. Wer also noch rund 2.300 Fotografen-Flyer benötigt, darf sich bei mir melden. Vielleicht für das nächste Osterfeuer…?

    Ich habe nie wieder einen Flyer verteilt.

    Hochzeitspaar in der leeren Kirche während einer Hochzeitsreportage von Hochzeitsfotograf Florian Läufer fotografiert

    Zufriedene Hochzeitspaare empfehlen mich weiter – bessere Werbung kann es doch gar nicht geben. 

    Spezialisiere Dich!

    Und ich machte noch einen Fehler. Ich las Bücher, besuchte diverse Webseiten und belegte Webinare zum Thema Marketing. Überall der gleiche Rat: Spezialisiere Dich! Sei nicht irgendein Fotograf, sei DER Hochzeitsfotograf. DER Babyfotograf oder DER Event-Fotograf. Nur dann wirst du regelmäßig gebucht. 

    Je länger ich darüber nachdachte, desto mehr Zweifel. Keine Frage, es klang natürlich schlüssig, sich in einem Bereich zur Nummer Eins hochzuarbeiten. Bloß: Theoretisch dürfte es dann nur Arbeit für sehr wenige Fotografen geben – für die ganzen Einsen. Vielleicht noch für die Nummern Zwei und Drei. Aber alle anderen? Und mir ging in der Theorie noch etwas gegen den Strich: Soll ich bis zum jüngsten Tag wirklich nur noch EIN Thema fotografieren? Immer nur Produktfotos? Tagein, tagaus Hochzeiten? Oder ausschließlich Babys? Laaaang-wei-lig! Ich fotografiere, weil ich das Fotografieren an sich liebe, nicht um ein Routine-Repertoire abzuspulen. 

    Ich habe nie wieder darüber nachgedacht, mich zu spezialisieren.

    Outdoorshooting mit einem Baby und seiner stolzen Mama auf einer grünen Sommerwiese

    Ich liebe Abwechslung und Herausforderungen. Spezialisierung auf einen bestimmten Bereich in der Fotografie? Nein Danke! Die Nummer eins möchte ich nur in einer Disziplin sein: Kundenzufriedenheit!

    Urbanes Portraitshooting mit Sarah

    Egal, ob Baby-, Portrait- oder Eventfotografie – ich find alles klasse. Solange der Auslöser rattert, bin ich in meinem Element. 

    Fotograf Florian Läufer bei einer freien Arbeit im winterlichen Island an dem Wasserfall Aldeyarfoss

    Überschüssige Einnahmen investiere ich in Equipment und Fotoreisen. Ich brauche weder Luxus noch ein dickes Auto. Aber das Fotografieren, das brauche ich wie die Luft zum Atmen! (Fotocredit: Holger Kröger)

    SEO (Suchmaschinenoptimierung)

    In einer Sache bin ich mir mit vielen Tippgebern einig. Irgendwie muss man im Internet gefunden werden. Und da geht dann eben kein Weg an der Suchmaschinenoptimierung (SEO) vorbei. Ach Gott, hätte ich doch nur gewusst, was auf mich zukommt. Dass SEO keine einmalige, sondern eine kontinuierliche Arbeit ist, war mir nie bewusst. Naiverweise dachte ich doch tatsächlich, dass es mit ein paar Suchbegriffen getan sei. Ich Unwissender, ich! Um der Wahrheit die Ehre zu geben: In diesem Bereich ist bei mir noch viel Luft nach oben. Ich arbeite daran… 

    Wer stirbt, weil er nicht wirbt, hat bei all der „Bedarfslenkung“ vielleicht einen übersehen: den Kunden! Was nützt das größte Werbebudget, wenn der Klient nicht zufrieden ist? Anders ausgedrückt: Wer die Käufer ins Geschäft lockt, hat erst 50 Prozent des Zieles geschafft. (Vorausgesetzt, man setzt nicht auf Nepp und Bauernfängerei, sondern auf Qualität. Und dabei ist es ganz egal, ob es sich um eine Ware, Dienstleistung oder weiß ich was handelt.) Erst wenn Kunden wiederkommen und Dich weiterempfehlen, sind auch die fehlenden 50 Prozent erreicht. 

    Das Erfolgsrezept: Du musst für deine Sache brennen!

    Ich bin in den letzten Jahren genau diesen Weg gegangen. Ich brenne für meine Leidenschaft und glaube, dass dies meine Kunden spüren. Hier und da waren meine Einsätze aus betriebswirtschaftlicher Sicht sogar nur wenig sinnvoll. Zu viel eingesetzte Zeit für zu wenig Ertrag. Das ist eine Kategorie, in der ich unternehmerisch denken sollte, gelegentlich aber völlig außer acht lasse. Dazu noch ein Zitat: „Lieber Geld verlieren als Vertrauen“ – Robert Bosch hat das gesagt. Und tatsächlich, irgendwann setzt ein Dominoeffekt in Sachen Weiterempfehlung ein. Wer zufrieden ist, erzählt es seinen Freunden. Und die können von noch so viel Werbung anderer Fotografen beeinflusst werden: Wenn Tante Klara mit dem Fotografen Florian Läufer zufrieden ist, wird sich vermutlich auch Onkel Klaus bei mir melden. Faire Preise und eine engagierte und solide Dienstleistung mit richtig tollen Bildergebnissen tun ihr Übriges. Außerdem lege ich großen Wert auf gute Kommunikation. Nur wenn sich Fotograf und Kunde intensiv austauschen, können tolle Fotos entstehen. Ganz klar: Technisch hervorragend fotografieren können viele. Aber nur durch Kommunikation weiß ich als Fotograf, was Du in den Fotos transportieren möchtest. 

    Und hier schließt sich der Kreis zu all den Werbemaßnahmen. Meine Werbung ist: Ich mache einfach das, was ich am besten kann und mache dies so gut wie ich kann. Die berühmte Mund-zu-Mund-Propaganda trägt es von ganz alleine nach außen. Geld für Werbung, nehme ich nicht mehr in die Hand (und bin heute zufrieden und erfolgreich).

    Aber Zeit, die nehme ich mir! 

     

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  • Freie Arbeit: Fotoreise – Island in 8 Tagen (Part II)

    Freie Arbeit: Fotoreise – Island in 8 Tagen (Part II)

    Island im Winter und das Wetter schlägt um. Im ersten Teil dieses Reiseberichts trotzten wir Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt bei ganz fiesem Nordwind. Klingt kalt, ist es auch! Aber es geht noch kälter: Seit heute Morgen zeigt das Thermometer zweistellige Minusgrade an, außerdem bekommt der Norden Islands satten Schneefall ab. Holger und ich reden uns ein, dass uns das nichts ausmacht. Schließlich geht es ja auch um Schneelandschaften, die wir auf unserem Roadtrip fotografieren wollen. Voilá – alles weiß!

    Angetrieben von unserer Leidenschaft heißt unser nächstes Ziel: der Basaltfelsen Hvítserkur. (Wie bei fast allen isländischen Bezeichnungen: Keine Ahnung, wie man das ausspricht.) Gut 15 Meter wächst „das Ding“ an der Ostküste der Halbinsel Vatnsnes in die Höhe und ist Nistplatz unterschiedlicher Vogelarten. Seine Form: einzigartig! Die einen sagen, der Felsen erinnere an einen Elefanten, andere sind der Meinung, an einen Dinosaurier. Die Isländer sind sich einig, dass es sich bei dem Felsen der Sage nach um einen Troll handelt, der von der Sonne versteinert wurde. Wie denn nun? Für mich ist es ein Elefant – basta! Und weil ich eben von Leidenschaft sprach: Der gekraxelte Weg die Steilküste auf frisch gefallenem Schnee hinab bis zum Felsen wird ein Stück weit zum Leidensweg. Puh, ist das anstrengend…

    Island im Winter. Schnee und Kälte sind die natürlichen Begleiter

    Was im Sommer eine kleine Kraxelei ist, wird bei Schnee und Eis zu einer kleinen Herausforderung. Nicht mehr weit – hinten links ist der Basaltfelsen Hvítserkur schon erkennbar.

    Der Basaltfelsen Hvitserkur bei Eis und Schnee im Winter

    Island im Winter: Da gefriert selbst das salzige Fjordwasser am Ufer der Halbinsel Vatnsnes zu einer wabernden Eissuppe.

    Der Basaltfelsen Hvitserkur ist der Sage nach ein versteinerter Troll

    Ich bleibe dabei – der Basaltfelsen Hvítserkur hat die Form eines Elefefanten. Was meinst du?

    Weiter geht’s! Um eine lange Autofahrt bei Schneegestöber kurz zu machen: Wir verfahren uns (mehrfach), fluchen (häufig) und sind uns sicher, dass einige Straßen gar nicht existent sind, auf die uns unser Navi lenken möchte. Immer die Ruhe, verdammt nochmal! Irgendwann sind wir endlich da. Am Wasserfall der Götter – dem Goðafoss. Warum der Wasserfall diesen göttlichen Namen bekommen hat? Fotos angucken! Muss man DAS noch erklären?

    Godafoss in der winterlichen Landschaft Islands eingebettet

    Aus der Ferne betrachtet wirkt der Goðafoss noch recht unspektakulär. Warte ab, bis du ihn aus der Nähe siehst! 

    Fotograf Florian Läufer am Godafoss Wasserfall auf Island

    Dichter dran geht nicht! Ein Gedicht aus Wasser, Schnee und Eis. (Fotocredit: Holger Kröger)

    Langzeitbelichtung vom Godafoss - Wasserfall der Götter in Island

    Bis zuletzt kann ich mich nicht entscheiden, welche Seite des Wasserfalls mir besser gefällt.

    Godafoss bei Eis und Schnee

    Diese Langzeitbelichtung wird man nicht mal eben nachfotografieren können. Der Grund: Auf dem Fluss treiben allerlei Eisschollen deren Oberfläche mit einer Schicht ganz frisch gefallenem Schnee gepudert ist. Das fotografische Ergebnis sind die weißen Formationen im Wasser, welche die Treibrichtungen aufgrund der langen Belichtungszeit nachmalen. Einige Stunden später ist der Schnee auf den Eisschollen geschmolzen, sodass sich das Foto so nicht wiederholen ließ.

    Beim Fotografieren am Godafoos im Winter ist warme Kleidung unerlässlich

    Reisepartner und Landschaftsfotograf Holger Kröger in seinem Element – am Fuße des Goðafoss.

    Der untere Teil des Godafoss in einer Langzeitbelichtung festgehalten

    Nicht zu verachten: Der Unterlauf des Wasserfalls ist ebenfalls jederzeit ein Foto wert.

    Island im Winter – unbefahrbare Straßen!

    Nach diesem optischen Highlight fragen wir uns: Kann man diese sensationellen Eindrücke noch toppen? Man kann! Der Schnee macht es zwar nicht einfach, aber einmalig! Der Reihe nach: Bei starken Schneefällen gehen die Isländer ganz pragmatisch vor. Die Ringstraße, also die, die einmal um Island herumführt, hat oberste Priorität und wird als erstes geräumt. Alle weiteren Straßen sind in unterschiedliche Kategorien eingeteilt und werden nach der Ringstraße ihrer Hierarchie entsprechend von den Schneemassen befreit. Bedeutet: Irgendwann oder gar nicht.

    Und hier schließt sich der Kreis: Die letzten Kilometer Schotterweg, die zum Aldeyarfoss – unserem nächsten Fotospot – führen, sind unbefahrbar. Nicht mit dem PKW, nicht mit unserem 4×4-Geländewagen und auch nicht mit den Arctic Trucks der Isländer. (Na gut, mit den Trucks vielleicht…) Also: 12 Kilo Ausrüstung auf den Rücken schnallen und die gut vier Kilometer (wovon gefühlt fünf bergauf führen) durch den Schnee zum Wasserfall stapfen. Hätte nicht gedacht, bei dieser Kälte so ins Schwitzen zu kommen. In der Nachbetrachtung muss ich sagen: Wären es zehn Kilometer gewesen, wir hätten sie mit einem Lächeln genommen. Was für ein Anblick. Der Aldeyarfoss gehört jetzt uns! Die Auslöser rattern und wir hauen die Speicherkarten voll – ein Traum im Schnee!

    Islandpferd auf Tuchfühlung mit dem Fotograf Holger Kröger

    Islandpferde auf dem Fußmarsch zum Aldeyarfoss – sie kommen als Freunde und gingen als „Feinde“. Warum? Darum: Unser abgestelltes Auto war vom Streugut mit einer feinen Salzschicht überzogen. Und das bemerkten auch die Pferde. Sie leckten und bissen (!) am Autolack, was zu ziemlich unschönen Kratzern führte… Gut, dass wir gut versichert waren!

    Ganz nah dran: Fotograf Florian Laeufer aus Hamburg fotografiert ein Islandpferd

    Unter uns: Ein kleines bisschen bin ich ja auf die Haarpracht der Islandpferde neidisch. Dann hätte ich mir die Mütze sparen können unter der ich ganz schön ins Schwitzen komme. (Fotocredit: Holger Kröger)

    Fotograf am Rand des Aldeyarfoss

    Endlich angekommen! Am oberen Rand des Aldeyarfoss Wasserfalls werden erstmal die Fotoapparate eingerichtet, dann die Aussicht genossen. „Beeindruckend“ ist dabei eine offenkundige Untertreibung! (Fotocredit: Holger Kröger)

    Der Aldeyarfoss ist im verschneiten Winter eine wahre Pracht

    Bei einer Fotoreise nach Island im Winter wünscht sich jeder Fotograf, den eingeschneiten Aldeyarfoss zu fotografieren. Wir haben Glück und freuen uns wie die Schneekönige über diesen Anblick!

    Island im Winter. Hier der Aldeyarfoss aus Sicht des Fotografen

    Ganz schön hoch! Die besten Fotos vom Aldeyarfoss sind realisierbar, wenn man sich bis an die äußerste Felskante vortraut…

    Der aufmerksame Leser dieses Blogs hat es längst bemerkt: Der Zusatz „-foss“ steht für Wasserfall. Worauf ich hinaus möchte: Es bleibt vorerst bei Wasserfällen bei unserem weiteren Weg. Kurze Orientierung – wir befinden uns jetzt im Nordosten der Insel, haben rund 1.200 Kilometer zurückgelegt und wollen uns Dettifoss und Selfoss anschauen. Vorbei am dampfenden Geothermal-Gebiet Krafla und dann immer geradeaus entlang der Ringstraße durch die weiße Schneewüste.

    Meine Güte sind wir uffgeregt. Und das hat seinen Grund: Dettifoss und Selfoss liegen nur einige Hundert Meter voneinander entfernt. Während der Dettifoss der leistungsstärkste Wasserfall Europas ist und auf einer Breite von 100 Metern mit seinen Wassermassen 45 Meter in die Tiefe stürzt, besticht der Selfoss durch seine epische Schönheit. Geil! (Verzeihung ob der Saloppheit!) Und es kommt am Ende doch ganz anders…

    Das Geothermalgebiet Krafla im Gegenlicht

    Nein, nicht der Mars! Dieses Foto ist im Geothermalgebiet Krafla entstanden. Dort blubbert und qualmt es aus jeder Ritze. Und es stinkt – nach Schwefel! Nicht schön…

    Island – Insel aus Feuer und Eis

    Unwirklich. Laut zischend. Heiß und kalt zugleich. Muss man gesehen haben!

    Fotograf im Geothermalgebiet Krafla

    Wer hat Angst vor’m schwarzen Mann? Keine Sorge, der will nur fotografieren! Eine Szene wie aus einem Endzeitfilm.

    Ausgeträumt: So hatten wir uns das nicht vorgestellt…

    Die zehn Kilometer lange Zufahrt, die auf einer Schotterpiste zu den Wasserfällen führt, ist mit Warnschildern markiert und frisch zugeschneit. Da stehst du dann frühmorgens, freust dich auf die eindrucksvollsten Wasserfälle Islands und plötzlich ist alles dichtgemacht. Wie weiter? Ich weiß nicht, ob ich dagegen oder dafür bin. Holger ist ist nicht so wankelmütig: „Dafür!“ Heißt: „Da müssen wir jetzt durch! Wir sind doch nicht zum Spaß hier!“ Auf der Strecke gibt es nur Sekt oder Selters. Wenn du in den Schneewehen anhältst, bleibst du stecken. Holger gibt also Gas, ich gute (und schlechte) Ratschläge. Stellenweise sind wir über die Schneebretter „geschwommen“, irgendwann haben wir es aber geschafft und sind an den Wasserfällen. Der letzte Kilometer geht nur noch zu Fuß. Und jetzt würde ich so gerne etwas von aufregenden Superlativen schreiben. Eindrucksvolle Wasserfälle, ohrenbetäubendes Rauschen, blabla… Ich will ehrlich bleiben: Als wir die Wasserfälle sehen, sind wir auf dem Tiefpunkt dieses Roadtrips angekommen. 90 Prozent des Selfoss sind eingefroren! Da, wo sonst die Wassermassen in die Tiefe fallen, ist alles mit einer weißen Schneedecke überzogen. Ich bin enttäuscht. Wir stapfen durch den frischen Schnee bis zum Dettifoss, der zwar wenig Wasser führt, aber dennoch imposant ist. Nur: Die Gischt zeigt sich in einer riesigen Wolke, die fast den gesamten Wasserfall einhüllt. Ich mache einige Fotos, arbeite später aber kein einziges am Computer aus. Das hier ist kein Wasserfall, das ist aus fotografischer Sicht ein Reinfall. So ist das auf Island im Winter.

    Aber jedes Übel hat schließlich auch sein Gutes: Hätten wir uns von den Warnschildern abhalten lassen und uns nicht durch die Schneemassen gekämpft, hätten wir immer im Hinterkopf behalten, diese beiden Wasserfälle verpasst zu haben. Jetzt sind wir um das Gegenteil schlauer: Nix verpasst. Na bitte!

    Wer island im Winter bereist, hat es oft mit gesperrten Straßen zu tun. Hier wegen frischem Schneefall

    Eine frische Schneedecke und gelb-rote Schilder bedeuten nix Gutes. Impassable? Das gilt doch nicht für uns, oder?

    Unfall mit dem Mietwagen auf Island im Winter

    Man neigt ja dazu, Erlebnisse ein bisschen auszuschmücken. Ich bin eher Leisetreter und sage: „Was in Island passiert ist, bleibt in Island!“ Nachdem das rechte Fahrzeug wenige Meter vor uns von der Fahrbahn geschossen und in einer weißen Wand verschwunden ist, müssen Holger und ich erstmal rechts ran und mit zittrigen Händen einen Kaffee trinken. War knapp! Die gute Nachricht: Es gab keinen Personenschaden.

    Im Winter führt der Selfoss ausgesprochen wenig Wasser und büßt dadurch reichlich von seiner sonst imposanten Erscheinung ein

    Man muss sich das vorstellen: Wenn der Selfoss im Sommer seine gewohnte Menge Wasser führt, besteht die gesamte rechte Seite aus in die Tiefe stürzendem Wasser, was in diesem Fall komplett eingefroren ist. Schade. Den benachbarten Dettifoss habe ich gar nicht erst fotografiert, weil er in einer Gischtwolke nahezu komplett verschwunden ist.

    Glück gehabt – gerade noch durchgekommen!

    Nun ist erstmal Strecke machen angesagt. Insgesamt rund 500 Winterkilometer, die uns über ein gut 100 Kilometer langes Plateau zum Südosten der Insel führen, um die geplante Umrundung innerhalb der anvisierten 8 Tage zu schaffen. Die Straßenbedingungen sind schlecht und wir kommen gerade noch durch, bevor EINEN Tag später aufgrund der starken Schneefälle die Ringstraße auf dem Plateau gesperrt wird. Glück gehabt!

    Wir nehmen noch den Svartifoss (Schwarzer Wasserfall) mit seinen imposanten Basaltsäulen mit, dann kommen wir am Bergmassiv Vestrahorn auf der Landzunge Stokksnes an, was bei unserer Reise im Vorjahr damals unsere östlichste Location war. Von diesem Zeitpunkt an verändert sich in meiner Wahrnehmung die Reise. Während viele Menschen – unabhängig vom Fotografieren – häufig mehrfach die gleichen Orte besuchen, um bereits Gesehenes erneut und in anderem Licht zu erleben, nehme ich die letzten Tage als Wiederholung wahr. Der Reiz des Neuen und Unbekannten ist verloren. Nicht falsch verstehen, aber ich bin eben ein Getriebener, der ständig neuen Eindrücken und keinen Wiederholungen hinterher jagt.

    Aber unter uns: Als am Vestrahorn die Sonne langsam untergeht und die ganze Szenerie in kühles Abendlicht taucht, bin ich natürlich trotzdem wieder wie besessen mit der Kamera unterwegs, um tolle Stimmungen einzufangen.

    Der Svartifoss mit Eiszapfen im Winter

    Schwarz-weiß ist bunt genug! Der Svartifoss „lebt“ von seinen dunklen Basaltsteinen.

    Basaltsäulen am Svartifoss Wasserfall

    Die Basaltsäulen im Detail. Natur ist etwas Schönes, oder?

    Schwarzweiss-Aufnahme Vestrahorn

    „Wuuusch!“ – eine große Welle überspült das Ufer am schwarzen Lavastrand vom Vestrahorn.

    Das Vestrahorn kurz nach Sonnenuntergang im Winter

    Die einmalige Form des Bergmassivs und die vorgelagerten schwarzen Dünen machen diesen Fotospot am Vestrahorn zu einem Must-have eines jeden Landschaftsfotografen. 

    Rentiere sind im Bereich rund um das Vestrahorn kein seltener Anblick

    Rentiere sehen wir hier im Süden zu Dutzenden. Dieses lässt uns ein bisschen näher heran, wahrt dann aber doch eine gewisse Distanz.

    Den Abschluss unserer Tour bildet das Gebiet am südlichen Rand des Vatnajökull-Nationalparks mit seinen Gletschern. Und auch hier bekommen wir erneut vorgeführt, dass man die Natur beim besten Willen nicht ausrechnen kann. Als Highlight wollen wir am berühmten Diamond Beach die von der Brandung des Atlantiks zurückgeworfenen Eisblöcke fotografieren, die uns im vergangenen Jahr so tolle Fotomotive boten. (Hier habe ich einen Blogbeitrag dazu geschrieben: Der Weg des Eises.) In diesem Jahr herrscht kräftiger ablandiger Wind, was dazu führt, dass der Strand nahezu eisfrei ist. Wo letztes Jahr zu Tausenden mannsgroße Eisbrocken in allen Formen und Farben liegen, sind jetzt nur wenige Eisplatten in geringer Größe zu sehen. Un-glaub-lich!

    Kein Grund sich zu beschweren. Es ist der letzte Abend und gleichzeitig mein Geburtstag. Den farbenprächtigsten Trumpf spielt die Vulkaninsel nach Einbruch der Dunkelheit aus und der heißt: Aurora Borealis! Die tanzenden Polarlichter erhellen den Nachthimmel über der Jökulsárlón-Gletscherlagune bis zum nächsten Morgen, an dem wir den Heimweg antreten müssen. Was für eine Abschiedsveranstaltung. Danke, Island!

    Der hamburger Fotograf Florian Läufer am Gletscher im Vatnajökul-Nationalpark

    Die wahren Dimensionen der Gletscher werden erst mit einem Größenvergleich sichtbar. Wahnsinn, oder?

    Toursiten bei einer geführten Gletschertour im Vatnajökull Nationalpark

    Jetzt bloß nicht ausrutschen…

    Seehund in der Gletscherlagune Jokulsarlon auf Island

    In der Jökulsárlón-Gletscherlagune treiben immer diverse Seehunde ihr Unwesen. Drollig, die frechen Kerle. 

    Island im Winter. Der Diamond Beach ist für Fotografen aus aller Welt ein Paradies

    Island im Winter – eine unentdeckte Welt? Man möchte es ja so gerne, die Realität sieht aber anders aus. Der Diamond Beach zieht ganze Fotografenrudel an. Nur: Wo sonst mannsgroße Eisbrocken zu Tausenden liegen, hat dieses Jahr der ablandige Wind ganze Arbeit geleistet. Das meiste Eis wird aufs Meer hinaus getrieben und so lagen am schwarzen Strand wenige und nur sehr kleine Eisbrocken herum.

    Eisplatte am Diamond Beach von Island

    Diese Jahr müssen wir viel Suchen, um zumindest ein paar fototaugliche Eisblöcke zu finden. Bei den meisten handelt es sich eher um Eisplatten…

    Langzeitbelichtung Diamond Beach, Island

    Geht, oder?

    Wellenformationen am schwarzen Strand von Island

    Wenn man das sieht, möchte man reinspringen. Wenn man die Kälte spürt, möchte man weg.

    Aurora Borealis im Winter am Jokulsarlon

    Unfassbar tolle Polarlichter bieten uns an der Gletscherlagune eine echte Lightshow am letzten Abend. Hier hat sich sogar noch eine Sternschnuppe ins Bild geschossen. (Was ich mir gewünscht habe, wird nicht verraten.)

    Polarlichter am Jökulsarlon

    Aurora Borealis – die Sonnenstürme geben über Stunden alles! Atemberaubend!

    Übrigens: Die schönsten Island-Fotos kannst du direkt auf dieser Homepage als Highend-Druck auf Leinwand, Alu Dibond, Holz, Acrylglas oder Künstlerpapier ordern. Hier geht es direkt in die Galerien: LEINWAND-SHOP

    Fazit: Island macht süchtig – so hatte ich es im ersten Teil dieses Reiseberichts gesagt. Und tatsächlich: Zwar haben wir die Insel auf unseren beiden Wintertouren insgesamt umrundet, trotzdem ist der Reiz groß, dass alles noch einmal in der warmen Jahreszeit in seiner vollen Farbpracht zu sehen. Ganz besonders das Hochland, welches im Winter unerreichbar ist, steht ganz weit oben auf der Liste. Man möchte sich ja nicht drängen lassen, aber der Tourismusboom schreitet immer weiter voran und die Besucherzahlen haben sich in den letzten Jahren vervielfacht! Drum müsste man sich eigentlich beeilen mit dem nächsten Trip. Ich selbst kenne die „guten alten Zeiten“ ja nicht, aber an vielen markanten Orten sind im Vergleich mit wenige Jahre alten Fotos inzwischen Besucherplattformen, Geländer, Seile und Warnschilder aufgebaut. Ich könnte mir vorstellen, dass dies erst der Anfang ist. Nicht umsonst: In der Vergangenheit ist zu viel passiert und es sind schon etliche Touristen zu Tode gekommen, weil sie zu dicht an Wasser oder Abhängen standen. Und so wird die Insel aus Feuer und Eis vermutlich in einigen Jahren viel von ihrer Urtümlichkeit verloren haben. Darum: Du willst auch eines Tages nach Island? Nicht aufschieben. Machen! Jetzt!

    Wenn du auch in Zukunft Blogartikel von mir lesen möchtest, dann markiere meine Facebook-Seite mit Gefällt mir – so verpasst du keine Neuigkeiten. Fragen, Anregungen, Kritik? Dann komme gerne über das Kontaktformular ins Gespräch mit mir. Ich freue mich auf deine Nachricht.

  • Freie Arbeit: Fotoreise – Island in 8 Tagen (Part I)

    Freie Arbeit: Fotoreise – Island in 8 Tagen (Part I)

    Man darf es so sagen: Island macht süchtig! Wer die Natur liebt, das Raue mag und böses Wetter nicht scheut, kommt an der Vulkaninsel aus Feuer und Eis nicht vorbei. Nachdem ich vor genau einem Jahr „mein erstes Mal“ auf Island erlebte, war klar: Das zweite Mal darf eine Fotoreise nach Island nicht allzu lange auf sich warten lassen! Wie schon im letzten Winter ging es auch dieses Jahr wieder gemeinsam mit dem ausgezeichneten Landschaftsfotografen Holger Kröger in das Reich von Kälte, Schnee und Eis.

    Und an dieser Stelle muss ich gleich ein fettes Lob herausstellen: Holger ist nicht nur ein erfahrener Landschaftsfotograf, er ist ebenso eine Organisationsmaschine! Bei jedem Roadtrip arbeitet man eine Reiseroute aus, klar. In unserem Fall sind die wichtigen Eckpunkte spektakuläre Fotospots. Auch klar. Holger studierte allerdings sämtliche Zuwegungen, Sonnenauf- und -untergangszeiten (samt der jeweiligen Richtungen), hatte Apps zwecks der zu erwartenden Polarlichter aufs Handy geladen, und, und, und. Wir hatten also Berge von Informationen zu unseren anvisierten Fotospots auf dieser Fotoreise nach Island. Kurz: Wo andere einen Plan B in der Tasche haben, sorgt Holger gleich noch für Plan C und manchmal auch Plan D. Die Schwierigkeit besteht eher darin, sich zwischen all den Möglichkeiten zu entscheiden. Glücklicherweise haben wir beide aber die gleichen Prioritäten auf diesem Roadtrip und können eigentlich alle Entscheidungen mit zweimal JA treffen.

    Fotoreise nach Island – und das Wetter?

    Die letzten zwei Wochen vor dem Abflug sind dann doch irgendwie ernüchternd. Das einzig nicht planbare bei einer Fotoreise ist das Wetter. Wir wollen Schnee und Eiszapfen, der Wetterbericht verspricht 10 Grad über Null, Regen und trüben Himmel. Also das, was man als Fotograf am wenigsten gebrauchen kann. Oder eher gar nicht. Mist!

    Wenige Tage vor der Abreise beginnt es in den Fingern zu kribbeln. Die Vorhersage dreht und uns erwarten satte Minusgrade, Schneefall und sogar sonnige Abschnitte. Bingo! Wenn sich das Wetter jetzt noch nach dem Wetterbericht richtet, dürfte es ziemlich cool werden… Um das vorweg zu nehmen: Das Wetter tut uns den Gefallen. Eine Woche lang! Mehr Glück darf man nicht erwarten. Also, lass uns in den Flieger setzen und unsere winterliche Rundreise beginnen. Bereit? Bereit!

    Ohne Allradantrieb bist du im winterlichen Island verloren, das wissen wir von unserem letzten Trip. Die Sache mit dem Mietwagen geht unkompliziert vonstatten und ehe wir uns versehen, sind wir mit unserem Suzuki auch schon „on the road“. Wie vorausgesagt bei Minusgraden und Sonnenschein. Während wir im vergangenen Winter nur den Süden der Insel erkundeten, wollen wir dieses Jahr innerhalb von 8 Tagen eine komplette Umrundung der Insel wagen – beginnend mit dem Norden. Das sind netto rund 1.400 Kilometer, inklusive unserer Fotoziele gut über 2.000.

    Erstes Ziel: Kirkjufell (dt.: Kirchberg). Der markante Berg im Westen Islands, direkt am Fjord Grundarfjörður gelegen, besticht durch seine einmalige Form und die ihm zu Füßen liegenden Wasserfälle. Ein Traum für Fotografen – und für die Filmindustrie! Hier wurden Sequenzen aus „Game of Thrones“ und „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ (Ben Stiller) gedreht. Schnee gibt es hier noch nicht, dafür einen eiskalten Ostwind der Stärke 6-7 Bft bei minus drei Grad – seeehr unangenehm!

    Fototrip: Mit dem Auto durch Island

    On the road again! Kurz nach unserer Ankunft mussten wir mit unserer kleinen 4×4 Suzuki-Bergziege erstmal ordentlich Kilometer machen. 

    Auf der Fotoreise Island auf den ersten Kilometern entstanden: eine tolle Lichtstimmung

    Wenn dich der erste Abend mit so einem Sonnenuntergang verwöhnt, weisst du: Es könnte schlimmer sein!

    Sonnenaufgang am vereisten Kirkjufell im Winter

    Die oberen Wasserfälle am Kirkjufell bei Sonnenaufgang. Was man auf diesem Foto nicht sieht: Rund ein Dutzend internationaler Landschaftsfotografen rechts und links von uns. Beliebte Spots sind eben gefragt.

    Die unteren Wasserfälle am Kirkjufell im Winter

    Und hier noch die Sicht an den unteren Wasserfällen rund eine halbe Stunde nachdem das obere Foto entstand.

    Kirkjufell als Filmlocation von Game of Thrones

    Eine Scene aus „Game of Thrones“, die am Kirkjufell gedreht wurde. (Screenshot: www.mustsee.is)

    Spikes? Ohne bist du aufgeschmissen!

    Unser nächstes Ziel ist ein eher unbekannter Wasserfall auf der dünn besiedelten Snæfelsness Halbinsel: der Svöðufoss/Svodufoss, den Holger irgendwann beim Googeln fand. Warum man diesen eindrucksvollen Wasserfall nur in wenigen Reiseführern findet, erschließt sich uns schnell. Während die bekannten Spots gut mit dem Auto erreichbar sind, verlangt der Svöðufoss nach einer „Eintrittskarte“. Um ihn aus der Nähe betrachten zu können, müssen wir über Stock und Stein. Der Weg ist nicht weit aber mühsam. Und das wissen wir von unserem letzten Aufenthalt: Spikes an den Schuhen sorgen nicht nur für sicheren Tritt, sondern oft für die grundsätzliche Möglichkeit, die rutschigen Eispartien überhaupt bewältigen zu können. Viele Fotos wären mit normalem Schuhwerk nicht möglich gewesen. Ja, der Satz: „Spikes? Brauchen wir hier nicht!“ ist sogar unser Running Gag in Island, weil aus der Ferne betrachtet vieles recht harmlos aussieht, wir aber häufig nach kurzem Weg eines Besseren belehrt werden und die Schuh-Schneeketten doch auspacken müssen.

    Auch das gehört bei einer Fotoreise Island dazu: Über Stock und Stein zum Fotospot

    Das Gute liegt nicht immer nah! Jetzt bloß nicht reinfallen – auf dem Rücken befindet sich Foto-Equipment im Wert vieler Tausend Euro… (Foto: Holger Kröger)

    Graufilter Fotografie am Fusse des Svodufoss in Island

    Am Fuße des eindrucksvollen Svöðufoss. Wer hier steht, will sich den Blick vom oberen Rand des Wasserfalls nicht entgehen lassen. Ergo: Let’s go bergauf! 

    Bei diesem Foto des Svodufoss kamen ein Grauverlauffilterfilter und der Lee Little Stopper zum Einsatz

    Geschafft! Die Gischt des Wasserfalls sorgt für allerlei Vereisungen auf der Wind zugewandten Seite.

    Selfie beim Fotografieren in Island

    Believe in your Selfie! Meine vor einigen Jahren neu erworbene Höhenangst macht mir oft zu schaffen bei dieser Fotoreise nach Island. Hier kauere ich einen Meter vor dem Abgrund hinter meiner Kamera und habe mich minutenlang nicht getraut wieder aufzustehen. (Handyfoto)

    Eisfläche oberhalb des Svodufoss in Island

    Wer dieses riesige vereiste Feld am oberen Rand des Svöðufoss nicht gesehen hat, kann die Ausmaße nur schwer einschätzen.

    Spikes waren auf dieser Eisfläche beim Fotografieren unverzichtbar

    Ohne Spikes an den Schuhen wären viele Fotospots für uns nicht erreichbar gewesen.

    Eis wohin das Auge blickt - dafür unternimmt man eine Fotoreise im Winter nach Island

    Eis – wohin das Auge blickt!

    Die Gischt des Wasserfalls führte zu bizarren Eisskulpturen

     

    Das „Must see“ auf unserer Island Fotoreise: Arnarstapi auf der Snæfelsness Halbinsel

    Nun zieht es uns in den kleinen Fischerort Arnarstapi. Hier haben wir ein kleines Problem: Das Wetter ist für eindrucksvolle Fotos zu gut! Klingt verrückt, ist aber so. Die zerklüfteten Felsvorsprünge, Inseln und der offene Atlantik stellt man sich als Fotograf ruppig, unwirtlich und mit dramatischen Wolken vor. Uns präsentiert sich aufgrund des ablandigen Windes spiegelglatte See, blauer Himmel und Sonnenschein, was eher zum Palmenstrand in der Karibik als zu der herben Landschaft Islands gepasst hätte. Sei’s drum – du kannst halt nicht alles haben. Und überhaupt: Polarlichter (Aurora borealis) stehen ja auch noch auf unserer Wunschliste und die sind eben nur bei freiem Himmel zu sehen. Theoretisch – praktisch bleiben uns die farbenprächtigen Sonnenstürme die meiste Zeit verwehrt. Dazu im zweiten Teil mehr… *zwinker

    Der Felsbogen bei Arnarstapi mit Sonnenstern

    Ein Bild, das ich mit Selbstauslöser aufgenommen habe. Hätte mich jemand dabei beobachtet, hätte man mich für einen ziemlich schrägen Typen gehalten: Kamera aufbauen, Timer-Auslöser einstellen, im Affenzahn auf den Torbogen rennen und bei einer Sekunde Belichtungszeit gaaanz still halten. Weil das nicht auf Anhieb klappt, musste ich die Prozedur etwa ein Dutzend Mal wiederholen… Wer denkt da nicht: „Hat der sie nicht alle?“

    Das meistfotografierte Haus auf der Snaefelsness Halbinsel bei Arnarstapi

    Wie sehr hätte ich mir hier eine neblig-trübe Suppe statt des Sonnenscheins gewünscht… Naja, ist ja trotzdem ganz hübsch geworden.

    Fotoreise Island – Fotograf vor eindrucksvoller Kulisse

    Bitte recht freundlich! Holger auf einer Bergkuppe an dem zerklüfteten Uferabschnitt in Arnarstapi.

    Die schwarze Kirche in Búðir

    Was mich echt anmacht, sind Kirchen. Ich mag einfach das Sakrale. In seinem Prunk genauso wie in seiner Schlichtheit. Und in Sachen Schlichtheit ist die berühmte schwarze Kirche von Búðir natürlich ein Muss. Auch hier finde ich den Sonnenschein nicht ganz passend und hätte mir die Kirche vor mystisch-wolkenverhangenem Himmel gewünscht und eine spätere Ausarbeitung der Fotos in düsterem Schwarz-Weiß. Wir halten uns gut zwei Stunden an der Kirche auf, was zu ganz unterschiedlichen Bildergebnissen führt. Wolken hin, Sonnenschein her. Ich sag’s mal hanseatisch zurückhaltend: Am Ende bin ich gar nicht mal so unzufrieden mit den Fotos der Kirche.

    Schwarze Kirche in Budir, schwarzweiss

    Ein Schwarzweiss-Foto von der Kirche schwebte mir im Kopf umher. Allerdings eher bei dramatisch bewölktem Himmel als im Gegenlicht der untergehenden Sonne.  

    Die schwarze Kirche bei Budir in der untergehenden Sonne mit reichlich Lens flares im Bild

    Die sonst so gefürchteten Lens Flares finde ich bei diesem Foto sehr passend und konnte sie bewusst einsetzen.

    Black church in Budir im letzten Licht

    Dieses Foto kam bei Facebook sehr gut an, wo ich kürzlich vier unterschiedliche Bilder der schwarzen Kirche gezeigt habe.

    Kolufossar – wenn du hier runterfällst, bist du tot!

    Nur einen Tag vor Abreise fand ich zufällig das Foto eines Wasserfalls im Internet, von dem ich zuvor nie etwas gehört hatte: der Kolufossar. Nimmt man es genau, handelt es sich bei diesem eindrucksvollen Katerakt um mehrere aufeinanderfolgende Wasserfälle, die gut 8 Meter in die Tiefe führen. So ist es bei Wikipedia zu lesen: Der Fluss Víðidalsá erodierte die Schlucht Kolugil und stürzt hier über die drei Wasserfälle Efrifoss („Oberer Wasserfall“), Kolufoss („Wasserfall der Kola“) und Neðri-Kolufoss („Unterer Wasserfall der Kola“). Auch wenn 8 Meter erstmal nicht sehr hoch klingen. Wenn man an den ungesicherten Rändern der Schlucht steht und unten mit ohrenbetäubenden Lärm das Wasser in die Tiefe stürzt, dann weiß man instinktiv: Wenn du hier runterfällst, bist du tot. Aaargh!

    Nichts für Höhenangst - in der Schlucht am Kolufossar gibt es keine Absperrungen

    Jupp, hinter dem Schild geht es einige Meter nach unten…

    Der Kolufossar fällt über insgesamt drei Wasserfälle in die Tiefe

    Hörst du das ohrenbetäubende Rauschen des oberen Teils vom Kolufossar? Ganz schön laut!

    Schon den Fotografen unten rechts am winterlichen Kolufossar erkannt?

    Eine Mischung aus Wasser und Eis – toll! Und: Holger schon auf dem Bild gefunden?

    Langzeitbelichtung am Kolufossar im Winter

    Hochwertiger Leinwand-Druck von dem Fotografen Florian Läufer

    Übrigens: Die schönsten Island-Fotos kannst du direkt auf dieser Homepage als Highend-Druck auf Leinwand, Alu Dibond, Holz, Acrylglas oder Künstlerpapier ordern. Hier geht es direkt in die Galerien: LEINWAND-SHOP

    Wenn dir dieser kleine Reisebericht gefällt, darfst du dich auf den zweiten Teil freuen, den ich in Kürze hier veröffentlichen werde. Darin wird es um einen Basaltfelsen gehen, der nach isländischer Sage ein Troll ist, die Wasserfälle Goðafoss, Aldeyarfoss, Svartifoss (waren super!), Dettifoss und Sellfoss (waren suboptimal), um Islandpferde, das Bergmassiv Vestrahorn, den Diamond Beach (leider fast ohne Diamonds) am Auslauf des Jökulsárlón-Gletschers und natürlich um Polarlichter. Und zu guter Letzt: Um Schnee. Viel Schnee!

    Wenn du den zweiten Teil auch lesen möchtest, dann markiere meine Facebook-Seite mit Gefällt mir – so verpasst du keine Neuigkeiten. Fragen, Anregungen, Kritik? Dann komme gerne über das Kontaktformular ins Gespräch mit mir. Ich freue mich auf deine Nachricht.

  • Freie Arbeit: Architekturfotografie S/W

    Freie Arbeit: Architekturfotografie S/W

    Ich bin kein Architekturfotograf – aber ich liebe die Architekturfotografie! Was ich sagen will: Es ist ja weitaus mehr, als ein paar Häuser zu fotografieren. Da ich mich eher auf die Hochzeitsfotografie, sowie People- und Portraitaufnahmen spezialisiert habe, gehört Architektur nicht zu meinem Spezialgebiet. Und genau deswegen mag ich es, mit der Kamera durch die Stadt zu laufen, mir die Gebäude mit abstraktem Auge anzusehen und daraus ganz unterschiedliche Aufnahmen zu erstellen. Mich entspannt das. Nur ich und die Kamera. Stundenlang ohne Ziel. Einfach treiben lassen. Ich liebe diesen Prozess.

    Wäre ich ein „echter“ Architekturfotograf, gäbe es vermutlich Regeln und Vorgaben. Bei meiner Architekturfotografie, die ich als freie Arbeit in den Leerphasen zwischen meinen Aufträgen auslebe, fotografiere ich ergebnisoffen. Man könnte es auch künstlerisch nennen – für mich klingt das aber zu hochgestochen. Vielleicht gestalterisch, ja.

    De Rotterdam, eines der höchsten Gebäude Hollands als Schwarzweiß-Architekturfoto „De Rotterdam“ ist mit 151 Metern Höhe eines der höchsten Gebäude der Niederlande und wurde erst vor wenigen Jahren fertiggestellt.

    Architekturfotografie – Das Verlagsgebäude Gruner und Jahr Nachts im Regen: Das Hamburger Gruner & Jahr-Verlagsgebäude am Baumwall.

    Abstrakte Architekturfotografie. Hier die Fassade des Intercity Hotels bei Planten un BlomenAbstrakt – was hier kaum mehr als ein Muster ist, ist tatsächlich das Intercity Hotel, direkt bei der Hamburger Parkanlage Planten un Blomen.

    Architekturfotografie – es geht um Strukturen und Linien

    Was ich liebe, ist die Wiedergabe in schwarzweiß. Während in der Farbfotografie die Gestaltungsmöglichkeiten aufgrund der Farbe deutlich größer sind, geht es bei SW-Fotos in erster Linie um Strukturen und Helligkeitsnuancen. „Liniensucher“ habe ich mal selbst zu mir gesagt, weil ich mein Auge vor allem darauf ausgerichtet habe. Gerne übrigens mit schräg gehaltenem Kopf, denn wenn ich schon die Farbe weglasse, möchte ich zumindest die Gebäude nicht immer gerade ausgerichtet ablichten. Denn auch darum geht es mir: Abstraktion.

    Eine, die das in Perfektion beherrscht, ist Anna Laudan. Ich bin ein stiller Fan ihrer Kunst. Toll, was für Kunstwerke die Hamburgerin erschafft. Zum Teil mit dem Fotoapparat, zum größeren Teil mittels raffinierter Bildbearbeitung – die bei mir einen deutlich geringeren Anteil einnimmt. Ein Besuch auf Ihrer Webseite ist mehr als lohnenswert: www.anna-laudan-photography.de

    Abstrakte Architekturfotografie. Hier das Gebäude der RSA-Group, Rotterdam Fast schon zu dunkel um wahr zu sein: Firmensitz der RSA-Group in Rotterdam.

    Blick vom Kaiserkai auf die Elbphilharmonie als Schwarzweiß-FotografieNächtlicher Blick vom Kaiserkai in der Hamburger Hafencity Richtung Elbphilharmonie.

    Analog vs. digital

    Apropos Bildbearbeitung: Heutzutage heißt Schwarzweiß-Fotografie ja nicht mehr das Gleiche wie zu analogen Zeiten. Damals, also in der prädigitalen Fotografie, wurden spezielle und sehr unterschiedliche SW-Filme verwendet. Jeder hatte seinen eigenen Look, bestimmte Körnungen, unterschiedliche Kontrastwiedergabe, und, und, und. Schon bei der Aufnahme mussten Farbfilter (klingt widersprüchlich: Farbfilter in der Schwarzweiß-Fotografie) verwendet werden, um bestimmte Grautöne heller oder dunkler darstellen zu können.

    Mit den Möglichkeiten heutiger Bildbearbeitungsprogramme ist das nicht vergleichbar. Diese simulieren längst per Mausklick, was früher alle analogen Gestaltungsoptionen gemeinsam nicht geschafft hätten. Und um das ganz klar herauszustellen: Fotografiert wird heutzutage in Farbe. Alles andere – wir sagten es schon – geschieht am Computer. Manch einer sieht die Fotografie dadurch entzaubert. Ich sage: Noch nie konnte man so tolle Bilder zaubern, wie mit den digitalen Mitteln, die uns heute zur Verfügung stehen. It’s a kind of magic!

    Genug gequasselt! Eigentlich sollte es hier ja nur um eine Handvoll Fotos aus meiner ganz eigenen Architekturfotografie gehen. Also ganz von vorne: Ich bin ein paar Mal stundenlang mit dem Fotoapparat durch Hamburg und Rotterdam gelaufen, habe hier und da auf den Auslöser gedrückt und danach am Computer mit den Dateien gespielt. Was du hier siehst, sind einige Beispiele meiner Ergebnisse. Viel Spaß beim Ansehen!

    Der Hamburger Fernsehturm bei den Messehallen Messehallen und Fernsehturm auf einen Blick. (Hamburg)

    Gebäudekomplex am Spoorweghaven in RotterdamKontraststark wiedergegebener Gebäudekomplex am Spoorweghaven in Rotterdam.

    Das Kubushaus in Rotterdam aus der Froschperspektive als Schwarzweiß-Version.Sieht tatsächlich so aus: Das Kubushaus in der City von Rotterdam. 

  • Wandkalender 2018 – stark limitierte Auflage

    Wandkalender 2018 – stark limitierte Auflage

    Ab sofort: Vorbestellungen für Wandkalender möglich! (Stark limitierte Auflage: nur 100 Exemplare!)

    Ich hatte es kürzlich schon angekündigt: Auch für 2018 biete ich wieder einen exklusiven Wandkalender an. Diesmal gehen allerdings nur 100 Exemplare in den Verkauf!

    Die Kalender werden von 1 bis 100 durchnummeriert und jeweils mit einer Signatur von mir versehen sein. Wunschnummern sind selbstverständlich möglich zu ordern.

    Einzige Möglichkeit, einen der wenigen Kalender zu bestellen, ist, mir eine E-Mail zu schicken. Direkt an fotosimfokus@gmx.de oder über das Kontaktformular. Darin bitte Name, Lieferadresse, ggf. Wunschnummer angeben. Daraufhin erhältst du eine Rechnung inkl. Bankverbindung von mir. Ich reserviere den Kalender sieben Tage für dich. (Sollte dann das Geld nicht eingegangen sein, steht er wieder zum Verkauf zur Verfügung.)

    Der Kalender wird auf holzfreiem Papier (200g/qm) im Bogendruck (halbmatt) hergestellt. Preis: 21,95 Euro, zzgl. 5,95 Euro Versand. Der Versand erfolgt ab 2. Oktober 2017.

    Klatschmohn

    Seljalandsfoss, Island

    Gletscherlagune Jökulsárlón, Island

    Vestrahorn (Teil des Berges Klifatindur), Island

    Kirche in Vík í Mýrdal, Island

    Island, Kap Dyrhólaey

    Kornfeld in Brandenburg

    Kleines Dorf in den bergen am Gardasee

    Gespensterwald in Nienhagen, Mecklenburg-Vorpommern

    Ostseeküste bei Heiligenhafen, Schleswig-Holstein

    Elbsandsteingebirge, Sachsen

    Pelikane an der Küste von West-Papua

    Diamond Beach, Island

     

  • Freie Arbeit: Windmühlen in den Niederlanden

    Freie Arbeit: Windmühlen in den Niederlanden

    Wer in einem kreativen Beruf arbeitet, macht bald die Erfahrung, dass neben den vielen spannenden und herausfordernden Aufträgen immer auch Projekte durch den Kopf geistern, für die es keinen Abnehmer gibt. Man möchte, man will, man muss (!) eine Idee umsetzen, aber der Einzige, den es interessiert, ist man vermutlich selbst. Viele Kreative – ganz egal, ob Fotografen, Designer, Schriftsteller, whatever – vernachlässigen diese freien Arbeiten, weil sie sich nicht „auszahlen“.

    Die Landschaftsfotografie – eine Leidenschaft

    Ich sehe das komplett anders: Denn, erstens, haben solche kleinen Projekte einen hohen emotionalen Wert. An ihnen klebt Blut – Herzblut! Und das ist wichtig. Zweitens können freie Arbeiten sehr inspirierend für spätere Aufgaben sein. Ich habe schon häufig die Erfahrung gemacht, dass ich Bildideen aus meiner Just-for-fun-Fotografie später an anderer Stelle aufgreifen konnte. Manchmal erst Jahre später, aber ich war immer dankbar, dass ich auf diese Erfahrungswerte zurückgreifen konnte. Aber auch, drittens, die technische Herausforderung einer freien Arbeit kann den Horizont erweitern. Und damit sind wir bei den Windmühlen in Kinderdijk und Zaanse Schans, die ich kürzlich fotografiert habe. Denn hier arbeitete ich ausgiebig mit unterschiedlichen Filtern, die in meiner alltäglichen Fotografie eher selten zum Einsatz kommen.

    Verlauffilter zur Demonstration ins Handyfoto gehalten

    Ein klasse gestalterisches Werkzeug: Der Vergleich macht deutlich, welche Wirkung der Verlauffilter (hier: HAIDA Soft GND 0,9) auf das spätere Foto haben wird. 

    Bei freier Arbeit entstanden: Windmühle in Holland

    Tolles Foto einer der 19 altertümlichen Windmühlen in Kinderdijk, welches bei meiner freien Arbeit mit diversen Fotofiltern entstand. Glück gehabt, dass die Mühle gerade in Betrieb war und sich das Drehen der Mühlenblätter in der Bewegung darstellen ließ.

    Im Großen und Ganzen ist es die gesamte Landschaftsfotografie, für die ich eine Leidenschaft habe. Ich liebe es draußen zu sein, die Natur zu spüren, schmecken, fühlen. Und: In der Landschaftsfotografie hat man Zeit und kann sich mit seinem Motiv ausgiebig beschäftigen. (Versuch das mal als Hochzeitsfotograf, wo Dir oft nur Sekunden für DAS Bild bleiben.) Das beste Licht in den Morgen- und Abendstunden sollte man zwar nicht verpassen, aber dann bist Du mit deinem Motiv alleine. Herrlich!

    The Photographer’s Ephemeries

    Mein wichtigster Helfer (nach einem wertvollen Tipp von dem Landschaftsfotografen Holger Kröger) ist die App „The Photographer’s Ephemeris“. Das ist so eine Art Google Earth mit der Vorhersage von Sonnen- und Mondverlauf an jedem Ort dieser Welt. Also: Den Ort des Wunschmotivs eingeben und, schwupps, schon bekommst Du sowohl die Auf- und Untergangszeiten als auch den Stand von Sonne und Mond im Verlauf des Tages angezeigt. Geil! So lassen sich Landschaftsfotos ganz bequem vom Sofa aus planen. Zurück zu den Windmühlen: Die 19 (!) gut erhaltenen Windmühlen in Kinderdijk bei Rotterdam sind UNESCO-Weltkulturerbe und stehen in dem kleinen Örtchen schon seit dem 18. Jahrhundert. Und da ich sowieso in der Nähe war, plante ich 36 Stunden für eben diese freie Arbeit ein. In Fotografensprech sind jene 36 Stunden für mich gleichbedeutend mit zwei Sonnenauf- und einem -untergang. Ein Bed & Breakfast in der Nähe war schnell gefunden und der Wetterdienst sagte gutes Wetter voraus. Jaaaa, da fängt es schon beim Gedanken daran an, im Auslösefinger zu kribbeln!

    Screenshot The Photographers Ephemeris

    Tolle Hilfe für Landschaftsfotografen: die App „The Photographer’s Ephemeries“ (Foto: Screenshot www.photoephemeris.com)

    Making of: Filterfotografie bei den Windmühlen in Zaanse Schans

    HDR-Aufnahme der Windmühlen von Zaanse Schans – entstanden bei einer freien Arbeit

    So sieht meine Interpretation der Windmühlen in Zaanse Schans aus. Das obere Bild zeigt die Entstehung von sieben Einzelaufnahmen die mit Graufilter (HAIDA ND 1,8 64x) und Verlauffilter (HAIDA Soft GND 0,9) gemacht wurden. In der Nachbearbeitung setzte ich aus den Einzelaufnahmen ein HDR-Foto (High Dynamic Range Image – siehe: Wikipedia) mit dem unten stehenden Ergebnis zusammen. 

    Ich fuhr die Nacht durch und kam pünktlich 30 Minuten vor Sonnenaufgang am Spot an. Und hier kommen die Filter ins Spiel. Um die Windmühlen etwas anders darzustellen, als man sie von den üblichen Touristenfotos kennt, setzte ich auf Graufilter, die meine Verschlusszeit deutlich verlängern und dadurch eine verwischte Darstellung sich bewegender Objekte wie z.B. Wolken erlauben. Außerdem kamen zum Abdunkeln des Himmels Verlaufsfilter zum Einsatz und für eine Kontrastanreicherung (und wo gewollt: Entspiegelung) ein Circular Polfilter. Und zwar alles in Kombination miteinander. Bis zu drei unterschiedliche Filter befanden sich also in der Halterung vor meinem Objektiv. Hier siehst Du einige der Fotoergebnisse. Die ersten drei Fotos sind in dem kleinen Dorf Zaanse Schans gleich nach meiner Ankunft entstanden. Die weiteren Fotos zeigen einige der Windmühlen in Kinderdijk. Viel Spaß beim Anschauen!

    Windmühlen von Zaanse Schans orgens kurz vor Sonnenaufgang

    Nachtaufnahme Windmühlen in Holland

    Die Kaeserei in Zaanse Schans im Sonnenaufgang

    Langzeitbelichtung einer sich drehenden Windmühle

    Unesco-Weltkulturerbe: die Windmühlen von Kinderdijk

    Mit Graufilter in der Schwarzweiss-Fotografie: eine Windmühle in Kinderdijk

    Die Museumsmühle in Kinderdijk als Langzeitbelichtung mit ziehenden Wolken

    Wenn Dir die Fotos gefallen, freue ich mich über ein Gefällt mir auf Facebook. So bleiben wir auch weiterhin verbunden und Du wirst regelmäßig über die Ergebnisse meiner freien Arbeiten informiert. Und überhaupt: Ein Like ist die einfachste Möglichkeit, mir ein kleines Feedback auf die Ergebnisse zu geben. Wenn Du Fragen, Anregungen oder Kritik hast, freue ich mich über eine persönliche Nachricht von Dir. Hier geht es zum Kontaktformular: KLICK

     

  • Fotoreise Island 2017 – Der Weg des Eises

    Fotoreise Island 2017 – Der Weg des Eises

    Heute möchte ich einige Bilder von der Fotoreise aufs winterliche Island zeigen. Die kleine Expedition unternahm ich Anfang März 2017 gemeinsam mit dem Naturfotografen Holger Kröger von der Insel Sylt. Eines der Highlights war zweifelsfrei die Gletscherlagune Jökulsárlón. Und zwar kalbt hier Islands größter Gletscher, der Vatnajökull, in den über 200 Meter tiefen Gletschersee am Fuße der Berge. Welchen Weg das rund 1.000 Jahre alte Eis bis in den rauen Atlantik zurücklegt, zeigt die folgenden Bilderstrecke.

     

    Panorama eines Gletscherausläufers auf dem winterlichen Island

    Zwischen den Bergkämmen gelegen: Ausläufer des Vatnajökull. Dieses Foto zeigt einen von der Lagune wenige Kilometer entfernten Gletscherteil. Aus dieser Sicht wirkt das Ganze noch nicht wirklich spektakulär. Jedoch ändert sich das, je näher man dem Eis kommt.

     

    Die Abbruchkante des Gletschers Vatnajokull

    Gigantisch! Die Abbruchkante des Gletschers. Das blaue Eis lässt Fotografenherzen höher schlagen. Allerdings: Noch immer sind die wahren Dimensionen des Gletschers nicht auszumachen.

     

    Was für eine Fotoreise – Eisberge, groß wie Häuser!

     

    Mit langer Brennweite fotografiert: der Gletscher Vatnajökull

    Erst mit einen Größenvergleich im Bild wirken die haushohen Buckel so richtig eindrucksvoll. Und weil ich immer wieder gefragt werde: Nein, hier war kein Photoshop im Spiel und es handelt sich NICHT um eine zusammengesetzte Aufnahme.

     

    Langzeitbelichtung des Gletschersees Jokulsarlon

    Die abgebrochenen Eisberge sammeln sich in der gut 18 Quadratkilometer großen Gletscherlagune. Die Größe der Eisbrocken reicht vom Umfang eines Fußballs bis zur Höhe mehrstöckiger Häuser. Je nach Strömung und Windrichtung wird das Eis im See hin und hergetrieben. Und noch eine Besonderheit: In dem eiskalten Wasser fühlen sich Seehunde besonders wohl und ziehen hier ihre Bahnen. Bis zu einem halben Dutzend der verspielten Tiere konnten wir gleichzeitig beobachten.

     

    Jökulsárlón – Filmkulisse vieler Blockbuster

    Jokulsarlon als Filmkulisse für Game of Thrones(Screenshot: www.winteriscoming.net )

    Jokulsarlon als Filmkulisse für James Bond-Film

    (Screenshot: www.earth-of-fire.com )

    Die einmalige Eislandschaft Islands – und ganz besonders die Region um den Jökulsárlón – wurde übrigens schon unzählige Male als Filmkulisse genutzt. Und das für echte Blockbuster wie: James Bond – Stirb an einem anderen Tag, Tomb Raider, Batman Begins oder Game of Thrones.

     

    Treibende Eisberge auf der Gletscherlagune Jokulsarlon

    Nach und nach schmelzen die Eisberge und werden über Islands kürzesten Fluss aufs Meer hinausgetrieben. Der Jökulsá ist gerade mal 700 Meter lang und circa 80 Meter breit. An der Flussmündung bietet das Eis ein unglaubliches Naturschauspiel, was Touristen und Fotografen aus der ganzen Welt anzieht.

     

    Schwarzer Lavastrand und Eisblöcke zu Tausenden: der Diamond Beach 

     

    Ein Paradies für Naturfotografen: der Diamond Beach

    Noch nie habe ich so viele professionelle Naturfotografen wie bei dieser Fotoreise auf wenigen Hundert Metern Fläche gesehen! Die starke (und gefährliche!) Brandung wirft im Mündungsbereich des Flusses die Eisbrocken auf den schwarzen Lavastrand. Millionen Fotomotive!

     

    Fotograf bei einer Stativaufnahme am Diamond Beach

    Wer die Fotografie liebt, kann sich hier am „Diamond Beach“ so richtig austoben. Dabei werden Stativaufnahmen mit etwas längeren Verschlusszeiten zu echten Kunstwerken. Aber Vorsicht: Manche Wellen sind deutlich höher als andere und verfügen über ungeahnt starke Sogwirkung. Rund 30 Minuten nach dieser Aufnahme zerstörte ein großer Eisbrocken mein Stativ. Denn ich hatte mich zu weit ins Wasser getraut und die nächste Welle unterschätzt. Dabei zerbrach ein Stativgelenk und eines der Stativbeine verbog. Kurzum: Island gibt, Island nimmt. (Fotocredit: Holger Kröger)

     

    Traum vieler Fotografen: Der Diamond Beach auf Island

    Langzeitbelichtung am schwarzen Lavastrand mit Eisblocken auf Island

    Solche Langzeitbelichtungen sind das alles aber wert und waren der Grund für den Besuch dieses weltweit einmaligen Fotospots. Dutzende solcher Aufnahmen konnten wir während der Fotoreise auf unsere Speicherkarten bannen. Island, wir kommen wieder!

     

    Nachtrag (2018): Inzwischen haben wir eine weitere Fotoreise ins winterliche Island unternommen und konnten wieder mit einem Sack voll toller Landschaftsfotos heimkehren. Dazu sind zwei zusätzliche Blogbeiträge entstanden. Hier geht es direkt dorthin:

    Island in 8 Tagen (Part I)

    Island in 8 Tagen (Part II) Erscheinungstermin: April 2018