Schlagwort: Fotoreise

  • Freie Arbeit: Heide fotografieren – die Farbe Lila

    Freie Arbeit: Heide fotografieren – die Farbe Lila

    Schon im vergangenen Jahr wollte ich die blühende Heide fotografieren und machte mich mit meinem Landschaftsfotografen-Buddy Holger Kröger auf den Weg in das riesige Gebiet der Lüneburger Heide. Es gab nur ein Problem: Der Hitzesommer 2018 hatte einen Großteil der Pflanzen verdorren lassen. Riesige lilafarbene Felder mit blühenden Heidekräutern? Vergiss es! 

    Geduld ist eine Tugend. Also warteten wir auf die diesjährige Heideblüte. Nach ein wenig Location-Scouting war klar: Dieses Jahr wird’s was. Und wie! Aber: Wer die (Lüneburger) Heide fotografieren will, braucht eine Eintrittskarte. Und die heißt „Fußmarsch“. Das über 1.000 Quadratkilometer große Gebiet des Naturparks Lüneburger Heide darf nicht mit dem Auto befahren werden. Von welcher Seite man auch kommt: Einige Kilometer vor der flachwelligen Heidelandschaft muss das Auto abgestellt und die lila Pracht erwandert werden. Ein durchschnittlicher Morgen (oder Abend) unserer Fototouren bestand also aus rund 70 Kilometern Anfahrt und 10 Kilometern Marsch. 

    Sitzbank in der Lüneburger Heide zum Sonnenuntergang

    Mein erster Besuch der Lüneburger Heide war in diesem Jahr eher eine spontane Entscheidung. Wetterbericht geguckt, Sonne war versprochen, Sonnenuntergang habe ich bekommen. Ich mag dieses Foto sehr!

    Heidschnuckenstall in der Lüneburger Heide

    Ein Heidschnuckenstall in der Lüneburger Heide.

    Hier wird Heidehonig gemacht. Fotograf: Florian Läufer

    Wo kommt eigentlich der Heidehonig her? Von hier!

    Landschaftsfotograf Holger Kröger

    Holger und ich haben schon etliche Fototouren miteinander unternommen. So gut kenne ich ihn inzwischen: Wenn er diesen Blick hat, sind bereits erste gute Fotos auf die Speicherkarte gebannt. Oder, Holger?

    heideblüte in der Abenddämmerung

    Je nach Umgebungslicht variiert die Farbe der Blütenpracht. Im dämmerigen Abendlicht sieht die Heide dann so aus.

    Birken in der Abenddämmeru ng in der Fischbeker Heide

    Jetzt noch ein bisschen Nebel… Man kann nicht alles haben!

    Heide fotografieren – perfekte Bedingungen

    Was im letzten Jahr nicht blühen wollte, kommt dieses Jahr doppelt so schön zum Vorschein. Das Heideblütenbarometer zeigt ausschließlich in Richtung Lila! In diesem Jahr sind sich alle Fans der Blütenpracht einig: Es ist die schönste Blüte der letzten Jahre. Ich muss allerdings gestehen: Holger und ich sind anspruchsvoll! Am liebsten sind uns Vollblüte, Morgennebel und eine aufgehende Sonne. Wir machen schöne Fotos an den sonnigen Abenden, ja. Als aber eines Morgens die Bedingungen passen, können wir endlich unsere Wunschfotos umsetzen. Ein Traum in weichgezeichnetem Lila. Jetzt drücken wir uns selbst die Daumen, noch einen zweiten Tag mit ähnlichen Bedingungen zu erleben. Wer weiß? Mit ein wenig Glück…

    Sturm kommt auf, gleich legt das Gewitter los. Fischbeker Heide

    Ein Sturm kommt auf – die Heide ist in Bewegung. Ich war kaum zehn Minuten vor Ort, als dieses Foto entstand und fuhr keine zehn Minuten später wieder nach Hause. WOLKENBRUCH!

    Heide fotografieren mit dem Fotograf Florian Läufer

    Fotograf Florian Läufer – was er hier fotografiert, zeigt die nächste Aufnahme… (Fotocredit: Holger Kröger)

    Weitwinkelaufnahme der Heideblüte

    Weitwinkel-Aufnahme von der Heide.

    Sonnenuntergang Heideblüte

    Zum Abend kommt nochmal ein bisschen Drama in den Himmel.

    Heide fotografieren - Panorama vom Totengrund im Morgennebel

    Jaaaaa!!! So haben wir es uns gewünscht! Der Morgennebel hält sich bis ca. 8 Uhr in den Senken.

    Totengrund in der Lüneburger Heide

    Heidelandschaft im Morgennebel

    Wie eine andere Welt!

    Heide fotografieren zum Sonnenaufgang

    Eines meiner Lieblingsfotos aus der Lüneburger Heide. Übrigens: Der Verein Naturschutzpark e.V. sorgt für die Pflege und den Erhalt der Heideflächen. Mit einer Spende in Höhe von 225,- Euro bekommst Du „Deine“ Bank samt Gravurplatte in der Heidelandschaft aufgestellt – unterstützenswert! Hier geht es zu den Hütern der Heide: KLICK

    Spinnennetz im warmen Licht der aufgehenden Sonne

    Übrigens: Einige meiner Heidefotos kannst du direkt auf dieser Homepage als Highend-Druck auf Leinwand, Alu Dibond, Holz, Acrylglas oder Künstlerpapier ordern. Hier geht es direkt in die Galerien: LEINWAND-SHOP

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  • Freie Arbeit: Lofoten fotografieren im Winter (Part II)

    Freie Arbeit: Lofoten fotografieren im Winter (Part II)

    Und wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo die Sonne her!“ So geschehen auf unserem Fototrip, bei dem „Lofoten fotografieren im Winter“ auf dem Plan stand. Wenn du den ersten Teil dieses Blogs gelesen hast, dann erinnerst du dich vielleicht: Mein Buddy Holger Kröger und ich hatten offenbar ein Abo auf Sturm, Hagel, Sturm, Schnee und Sturm abgeschlossen. Meine Güte, was für ein fürchterliches Wetter! Ernsthaftes Fotografieren ist oft stundenlang nicht möglich. Wir nutzen die wenigen und kurzen Phasen, in denen die Bedingungen wenigstens nur mittelschlecht sind. Und damit ist die Abwesenheit von Niederschlag (in flüssigem, halbflüssigem und festem Aggregatzustand) gemeint. Mehr erwarten wir nicht.

    Lofoten fotografieren im Winter: Erste Zielfotos im Kasten

    Na gut, ich will hier nicht zur Litanei der ewigen Klage einstimmen. Unser absoluter Hotspot dieser Reise soll das kleine Fischerdorf Hamnøy sein. Genauer: der Blick von der Brücke auf die roten Fischerhütten – die Rorbuer – in Hamnøy. Dass wir genau fünf Mal die 60 Kilometer von unserer Unterkunft in Gravdal antreten, um endlich, endlich, endlich unsere Traumbedingungen vorzufinden? Geschenkt! Alles vergeben und vergessen! Fotografieren ist ja so: Du hast klar definierte Zielbilder im Kopf, die du an der jeweiligen Location technisch umsetzen möchtest.

    Wenn du im Studio arbeitest, ist das leicht, schließlich stellst du selbst die Lichtsituation her. Als Landschaftsfotograf hast du es hingegen mit dem Wetter zu tun und das richtet sich nunmal nicht nach dem Wetterbericht – und schon gar nicht nach deinen Wünschen. Geduld ist ein Tugend – verflixt nochmal! Machen wir es kurz: Bei den ersten vier Anläufen kauern wir ziemlich erbärmlich hinter unseren Fotoapparaten und sehnen uns bessere Bedingungen herbei – erfolglos. Lofoten fotografieren im Winter? Sei gewarnt: Das Wetter macht dich klein!

    Lofoten fotografieren im Winter: Die Kirche in Gravdal während der blauen Stunde

    Geht schlechter: Keine 50 Meter von der Kirche in Gravdal entfernt liegt unsere Unterkunft dieser Fotoreise.

    Sturm in Hamnoy

    Sturm in Hamnøy – das ist nicht ohne!

    Der Lilandstinden von Hamnoy mit Fischerboot im Sturm. So ist das beim Lofoten fotografieren im Winter!

    Verrückt, plötzlich legt dieses Fischerboot ab. Sind die denn irre?

    Festhalteeeeen!!! (Fotocredit: Holger Kröger)

    Lofoten fotografieren im Winter. Hier ein Making of in Hamnoy

    Lofoten fotografieren im Winter: Für die roten Fischerhütten in Hamnøy gibt es zwei Spots. Entweder fotografierst du oben von der Brücke oder du kletterst unten auf die Steine und nimmst einen niedrigen Kamerastandpunkt ein. Aufgrund des Sturmes ist es stellenwiese unmöglich, auf der Brücke zu stehen und du musst dich am Geländer festklammern. Fotografieren mit Stativ? Vergiss es! Unten ist es etwas erträglicher, hier werden wir aber vom Schnee überrascht. Irgendwas ist ja immer…

    Klassiker: Hamnoy in den frühen Morgenstunden

    Beim dritten oder vierten Anlauf gelingt mir diese Aufnahme im Morgenlicht. Ich bin ganz happy über das Foto – aber es ist noch nicht das, was ich im Hinterkopf hatte.

    Nun aber…

    Jetzt, beim fünften Versuch am vorletzten Tag, stimmt für eine gute Stunde alles: Blauer Himmel mit Schäfchenwolken, sporadische Sonneneinstrahlung und bewegtes Wasser an den vorgelagerten Klippen! Wir feixen wie kleine Kinder und sind es in diesem Moment vermutlich auch. Hamnøy in bestem Licht – unseren Zielfotos steht jetzt nichts mehr im Wege! Die Auslöser rattern.

    Die roten Fischerhütten von Hamnoy im besten Licht

    Hamnoy und seine berühmten Rorbuer

    Jaaaa!!! Diese Aufnahmen kommen meinem Ideal schon sehr nahe: Niedrigwasser, Wellen, tolles Licht, Drama im Himmel! *Florian glücklich*

    Lofoten fotografieren im Winter – Sturm auf Sakrisøy

    Gleich hinter der Brücke von Hamnøy liegt die winzige Insel Sakrisøy mit ihren gelben Stelzenhütten. Man darf es so sagen: Bunt können die Norweger! Hier sind farbig angepinselten Häuser vermutlich halb Tradition, halb Intuition – man weiß, was Touristen aus aller Herren Länder lieben und sehen wollen. Wieso, weshalb, warum ist uns egal. Die knallgelbe Rorbuer-Front vor dem 675 Meter in die Höhe ragenden Olstinden ist der Hammer! Und das Beste daran: Der vorgelagerte Flachwasserbereich, der durch das satte Türkis fast schon karibisch anmutet.

    Das weiß jeder Fotograf: Perspektive ist alles! Wir klettern auf den gegenüberliegenden Berg. Hier erleben wir beim ersten Besuch den stärksten Sturm unseres Aufenthalts. An einem Strommast klammern wir uns während der Spitzenstärken von 150 km/h Windgeschwindigkeit fest. Ich habe Angst um mich und meine Ausrüstung, finde es aber irgendwie auch ganz cool hier oben. Ich frage mich: „Warum? Warum tust du das hier?“ Und dann ist mit der nächsten Frage alles geklärt: „Warum nicht?“ 

    Die kleine Insel Sakrisoy auf den Lofoten mit den gelben Fischerhütten

    Die kleine Insel Sakrisøy mit ihren gelben Fischerhütten. Dieses Foto entstand vom gegenüberliegenden Berg. Ich war an diesem Tag schon dreimal hinaufgeklettert, war aber nie ganz zufrieden mit dem Licht. Als sich am Abend für wenige Minuten die Wolkendecke hinter dem Olstinden lichtete, kletterte ich ein viertes Mal hinauf. Es hat sich gelohnt!

    Gelbe Fischerhütte vor dem Olstinden

    Die kleine gelbe Hütte vor dem Olstinden. Dieses Motiv ist ein Klassiker und findet sich in jedem Portfolio von Landschaftsfotografen, die auf den Lofoten fotografiert haben. 

    Sakrisoy im besten Licht fotografiert

    Gelbe Rorbuer auf der kleinen Insel Sakrisoy

    Sonnenschein und blauer Himmel über den gelben Fischerhütten auf Sakrisøy. Solche Bedingungen haben wir während unseres Acht-Tage-Trips insgesamt für etwa acht Stunden.

    Weiße Fischerhütten Lofoten

    Sag nie wieder „Fischkopp“ zu einem Hamburger!

    Egal, wo du dich auf den Lofoten aufhältst, der Stockfisch ist allgegenwärtig. Schon seit Hunderten von Jahren hängt der Kabeljau – der hier Skrei genannt wird – in salziger Küstenluft an den Holzgestellen. Während der mehrwöchigen Trocknungsphase wird der Fisch haltbar gemacht. Kopf und Innereien sind üblicherweise entfernt, die Flanken paarweise an den Schwanzflossen zusammengebunden und dann an den Gestellen (norwegisch: Stokk) aufgehängt. So weit, so duftig. 

    Auffällig ist, dass geschätzt 75% der Holzgestelle ausschließlich mit Kabeljauköpfen bestückt sind. Ein Anblick wie in der Fisch-Geisterbahn. Holger und ich können uns beim besten Willen nicht vorstellen, was man mit Millionen (!) dieser Köppe anfangen soll/will/muss. Dass die Zunge des Skrei eine Delikatesse ist, wissen wir. Aber der fleischarme Schädel? Google gibt die Antwort: Afrikaner werfen ihn in den Suppentopf! Knapp zwei Cent wird pro Kopf bezahlt, dann gehen sie in Containern nach Westafrika. Unter uns: Ich weiß nicht, was ich darüber denken soll. Ist die Fischkopfsuppe tatsächlich eine Delikatesse in Nigeria, wie es hier erzählt wird? Oder wird aus der Not eine Tugend gemacht und es handelt sich um eine weitere post-kolonialistische Benachteiligung des ohnehin schon ausgebeuteten Kontinents? Würden die nicht auch lieber Fischfilets als Fischköpfe essen? Lassen wir das, ich möchte kein Spielverderber sein.

    Einsame Fischerhütte auf den Lofoten

    An jedem noch so kleinen Haus hängen irgendwo Fische zum Trocknen…

    Kabeljau Banknote

    Der Skrei brachte den Norwegern viel Reichtum. Bezahlt wird demnach mit „Dorsch-Dollars“. 

    Lofoten fotografieren im Winter - Trockenfisch gehört dazu

    Bleibt noch zu klären, warum man uns Hamburger so häufig als Fischköppe bezeichnet – noch nie auf den Lofoten gewesen? 

    Trockenfisch auf den Lofoten

    Ich klettere fleißig unter den Holzgestellen antlang, um pfiffige Perspektiven zu suchen. Die paar Tropfen, die von oben runterkommen, stören mich nicht. Oder doch? Meine Jacke hat hinterher tagelang nach gammelndem Fisch gestunken…

    Kabeljauköpfe Trockenfisch

    Alles dufte!

    Stop and go auf den Lofoten

    Das haben wir im Vorfeld unserer Reise mehrfach gehört: „Macht euch nicht zu eng getaktete Pläne! Ihr werdet alle 200 Meter anhalten wollen, weil ihr schon wieder ein neues Motiv gesehen habt. Die Lofoten bieten eine unerschöpfliche Anzahl spannender Fotospots!“ Jupp, das ist nicht ganz falsch – aber auch nicht ganz richtig. Denn: Schneebedeckte Berge, Eisformationen, raues Wasser und brechende Wellen sind beim Lofoten fotografieren im Winter allgegenwärtig. Und so wird der Überfluss an entsprechenden Motiven rasch beliebig.

    Bei aller Begeisterung – und das bitte ich nicht falsch zu verstehen: Mit der fünfzehnten Langzeitbelichtung von bewegtem Wasser im Vorder- und weiß bestäubten Bergketten im Hintergrund, wird es irgendwann auch mal eintönig. Man sucht sich also Highlights und starke Vordergründe. Die gibt es, keine Frage. Dennoch bin ich der Meinung, dass aus fotografischer Sicht mehr als eine Woche auf den Lofoten nicht zwingend notwendig ist.  

    Gefrorener Wasserfall auf den Lofoten

    Hier fanden wir einen kleinen vereisten Wasserfall als feinen Vordergrund.

    Knochige Bäume auf den Lofoten

    Ganz schön kalt!

    Warten auf den richtigen Moment

    Lofoten fotografieren im Winter irgendwo am Straßenrand. Keine 30 Meter hinter uns steht unser Auto. (Fotocredit: Holger Kröger)

    Graufilter-Fotografie in Norwegen

    Das Ergebnis kann sich sehen lassen, oder?

    Langzeitbelichtung mit schneebedeckten Bergen im Hintergrund

    Diese Aufnahme dokumentiert recht gut, wie schnell sich das Wetter auf den Lofoten ändert. Zwischen diesem und dem oberen Foto liegt eine gute Stunde Zeitunterschied.

    Reine im Sonnenaufgang – ein Traum!

    Die südlichste unserer Stationen ist das kleine Fischerdorf Reine, keine 4 Kilometer von Hamnøy entfernt. Den einzigen echten Sonnenaufgang, den das Wetterradar vorhersagt, verbringen wir am Reinehalsen. Von hier ist der berühmte Blick auf das winterliche Reine möglich, den man auf so vielen Postkarten wiederfindet. Der Wecker geht um 3 Uhr morgens, eineinhalb Stunden später stehen wir hinter unseren Stativen und blicken auf das noch nächtlich beleuchtete Dorf Reine. Dann kriecht nach und nach die Sonne am Horizont empor und beleuchtet mit ihrem warmen Licht die schneebedeckten Berge. Ein Traum in sattem Orange und kühlem Blau. Als Hamburger möchte ich es mal hanseatisch zurückhaltend beschreiben: Das sieht nicht schlecht aus!

    Malerischer Ausblick auf das winterliche Reine

    Der klassische Blick auf das Fischerdorf Reine mit seinen 300 Einwohnern. Noch in der Dunkelheit kommen wir an, um hier den Sonnenaufgang zu erleben.

    Making of "Lofoten fotografieren im Winter": Reine kurz vor Sonnenaufgang

    Es dämmert…

    reine kurz vor dem Sonnenaufgang

    Sonnenaufgang Reinehalsen

    Und dann treffen die ersten warmen Strahlen der aufgehenden Sonne auf Hütten und Berge. It’s a kind of magic!

    Der berühmte Steg in Reine

    Bis zum Mittag haben wir an diesem Tag Sonnenschein, dann verschlechtert sich das Wetter rapide. Egal, es ist eh höchste Zeit für den Heimflug.

    Die besten Zimtrollen der Welt!

    Bleiben wir bei unser norddeutschen Mundart, die sich vor allem durch Reduzierung ausdrückt: Alles was über ein breit gezogenes „Moooin!“ hinausgeht, gilt ja schon als palavert. So darf dieser Blogbeitrag gerne als Roman angesehen werden. Um es nicht ausufern zu lassen, sind hier die weiteren Eckpunkte unserer achttägigen Fotoreise auf die Lofoten: Stromausfall, Schneehühner, salzverkrustete Kameras, drei Tage Spaghetti Bolognese, fünf Tage Schokoriegel, keine Polarlichter, zerbrochene Filter, kalte Füße, kalte Hände, kalte Nasen, Sitzdusche, fahruntüchtige Asiaten (viele!), die besten Zimtrollen der Welt, Teamwork, zwei Dutzend Seeadler, falscher Bus, zerstörter Stativkopf und ganz viel Fischgeruch. Hammer! 

    Das Ergebnis vom Lofoten fotografieren im Winter als Galerie-Ausstellung

    Übrigens: Die schönsten Lofoten-Fotos kannst du direkt auf dieser Homepage als Highend-Druck auf Leinwand, Alu Dibond, Holz, Acrylglas oder Künstlerpapier ordern. Hier geht es direkt in die Galerien: LEINWAND-SHOP

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  • Freie Arbeit: Lofoten fotografieren im Winter (Part I)

    Freie Arbeit: Lofoten fotografieren im Winter (Part I)

    Wenn du im Winter nach Norwegen fliegst, weil du rund 200 Kilometer oberhalb des Polarkreises die Lofoten fotografieren willst, denkst du an: die große Kälte! Na gut, und an Stockfisch, Polarlicht und raue See. Daran dachten wir auch, als mein Landschaftsfotografen-Buddy Holger Kröger und ich diese Tour ins Auge fassten. Weil sich Natur aber nicht ausrechnen lässt, kam dann doch vieles anders als gedacht. 

    Zunächst einmal: Die große Kälte blieb aus. Dafür kam die kleine Kälte – und die hatte es in sich! Unsere niedrigste Temperaturmessung ergab -6 Grad Celsius. Geht, oder? Gleichzeitig mussten wir aber die höchstmögliche Windstärke von über 12 Bft einstecken. (Wir erinnern uns: Ein gutes Stück südlich von uns havarierte während unserer Reise das Kreuzfahrtschiff Viking Sky, geriet in Seenot und die Weltpresse berichtete darüber.) In Kombination sind Orkan und leichte Minusgrade ganz schön Aua! An den Fingern, klar. Ganz besonders aber im Gesicht, wenn mit 150 km/h die Hagelkörner wie Nägel in die Haut einschlagen – so gewesen! Aber hey, mit uns scheint irgendwas nicht zu stimmen: Wir lieben das! 

    Fangen wir von vorne an: Die Lofoten sind Teil einer bergigen Inselgruppe vor der Küste Nordnorwegens, die aus rund 80 Inseln besteht. Im Winter sind die markant spitz zulaufenden Berge schneebedeckt und man kann in klaren Nächten wahre Feuerwerke leuchtend grüner Nordlichter (Aurora borealis) erleben. In den letzten Jahren hat das unter Landschaftsfotografen zu einem wahren Boom geführt, dem auch wir uns nicht entziehen konnten. Und jetzt sind wir da! 

    Dieser Fotograf lichtet gerade die Kirche in Sildpollnes ab

    Schon auf dem Hinweg kribbelt’s in den Fingern und wir müssen immer wieder aus dem Auto aussteigen, um die sagenhafte Landschaft entlang der E10 zu fotografieren.

    Lofoten fotografieren: Fischerboot und die Kirche in Vestpollen

    Was die Lofoten ausmacht, ist hier auf einem Foto vereint: schneebedeckte Berge, von kreischenden Möwen umzingelte Fischerboote und viel Wasser! Im Hintergrund ist eine Kapelle der Gemeinde Vågan auf der Halbinsel Sildpollnesset auf Vestvågøya zu sehen. (Wenn du dich fragst, wie man die norwegischen Orte und Inseln ausspricht: Ich weiß es auch nicht…)

    Bergsitzen auf den Lofoten

    Oben in den Bergen. Sieht kalt aus – ist es auch.

    Havarie der Viking Sky im März 2019

    Und dann kam der Orkan mit Windgeschwindigkeiten von bis 150 km/h, der die „Viking Sky“ vor der Küste Norwegens in ernsthafte Schwierigkeiten brachte. (Foto: Screenshot www.br.de)

    Die Kirche von Gimsøy

    Vom Flughafen Harstadt-Narvik kommend ist unser erster offizieller Fotospot die weiße Strandkirche auf der Insel Gimsøy, die bereits Achtzehnhundertund erbaut wurde. Das muss man sich mal vorstellen: Um den kräftigen Stürmen zu trotzen, ist die Kirche mit Stahlseilen gesichert! Für mich, als gebürtiger Hamburger mit gut über 1.000 verbrachten Nächten im Freien oder Zelt, sind Stürme ja nur’n büschen Wind. Eigentlich. Aber Häuser anketten muss man bei uns nicht… 

    Wir haben Glück: Als wir zum Fotografieren auf Gimsøy sind, streichelt uns eine Windstärke 5-6 Bft über die roten Wangen, die Wolken ziehen nur langsam. Gute Bedingungen aus unserer Sicht. Ich mag die trübe Stimmung des Tages, die den Bildern eine Portion Schwere gibt. An diesem unwirklichen Ort kann ich mir beides vorstellen: Eine sommerliche Trauung im Boho-Look mit Blumengirlanden, einer blonden Braut und einem vollbärtigen Bräutigam. Aber ebenso eine November-Prozession mit dem Pastor im schwarzem Talar vorweg, tiefen Glockenklängen und Sargträgern mit ernsten Mienen im kalten Herbstnebel. Mich schaudert’s. 

    Die Strandkirche bei Gimsøy ist ein beliebtes Fotomotiv auf den Lofoten

    Auflaufendes Wasser an der alten Holzkirche auf der Insel Gimsøy.

    Die Holzkirche auf Gimsøy ist mit Stahlseilen gegen Sturm gesichert

    Mit Stahlseilen ist die Kirche vor den kräftigen Stürmen auf den Lofoten gesichert.

    Kirche auf Gimsøy in Schwarzweiß

    In Schwarzweiß gefällt mir die Ausarbeitung dieses Fotos am besten.

    Grab vor der Strandkirche Gimsøy

    Haukland Beach verwirrt dich!

    Es bleibt mystisch. Eine unserer Top 3 Destinationen sind Haukland Beach und Uttakleiv, die nur durch einen Tunnel getrennt und doch so gegensätzlich sind. Haukland Beach verwirrt dich. Türkisfarbenes Wasser und ein karibisch anmutender Sandstrand erinnern an Barbados oder Bahamas. Schneidender Wind und schneebedeckte Berge holen dich aber unverzüglich in die Realität zurück: Lofoten, nicht Malediven!

    Um ehrlich zu bleiben: Mich macht Haukland aus fotografischer Sicht nicht so an. Ich weiß, dass Holger ein Fan von „Wuuusch-Bildern“ ist. (So nennt er (jetzt wir!) Fotos, auf denen Wellen durch lange Verschlusszeiten verwischt dargestellt werden.) Auf Sandstrand sieht das cool aus. Aber: Ich liebe das Drama und wünsche mir für das „Wuuusch“ eher zerklüftete Felsen. Okay, wir machen also unsere Bilder. Ganz nett, ja. Wir sind uns dennoch einig – zurückkommen wollen wir vorerst nicht. Ab durch den Tunnel nach Uttakleiv…

    Fotospot Haukland Beach auf den Lofoten in Norwegen

    Sand in Sicht! Der Strand von Haukland ist einer der wenigen Orte der Lofoten, wo du auf Sandstrand spazieren gehen kannst.

    In der untergehenden Sonne bricht ein Schneesturm am Haukland Beach herein

    Glück ist: Wenn an einem stürmischen, kalten und ungemütlichen Tag im März kurz vor dem nächsten Hagelschauer die Sonne unter der Wolkendecke herauskommt. „Wuuusch!“

    Uttakleiv – The Dragon’s Eye 

    Auf diesen „Strand“ hatte ich mich ganz besonders gefreut. Von den Gezeiten glattgespülte riesige Steine, brechende Wellen und irgendwo dazwischen: „The Dragon’s Eye“! Von vielen auch nur „Das Auge“ genannt. Dabei handelt es sich um einen fast kreisrund geformten Stein, der in einer tief ausgespülten, mit Wasser gefüllten Furche liegt und dadurch wie ein Drachenauge samt Pupille aussieht. Ein absolutes Must-have wenn du die Lofoten fotografieren willst und nur bei Niedrigwasser zu sehen. Lange suchen müssen wir nicht. Bei unserem ersten Besuch steht ein zehnköpfiger Foto-Workshop mit ebenso vielen Stativen um das Auge herum… Aaaargh! Wir lassen das Auge Auge sein, kehren aber im Verlauf unseres achttägigen Aufenthalts nochmals hierher zurück. Nun haben wir das gesamte Areal für uns und können uns mit den Fotoapparaten austoben. YIIEEHAAAH!

    Uttakleiv - Dragon's Eye. Wer die Lofoten fotografieren will, kommt um diesem Spot nicht herum

    Das berühmte „Dragon’s Eye“ am Uttakleiv Beach in Leknes. Wie lange es wohl gedauert hat, Stein und Furche glattzuspülen, um diese einmalige Komposition auszubilden? 

    Uttakleiv - ein Küstenabschnitt der Lofoten mit 1001 Möglichkeiten zum Fotografieren

    Auf dem oberen Foto ist im Hintergrund bereits diese Formation zu erkennen. Ich sach mal so: Wenn oben „Das Auge“ zu sehen ist, dann ist dies hier das Schlitzauge! 

    Uttakleiv - Langzeitbelichtung zur blauen Stunde

    Gestalterische Möglichkeiten für kreative Langzeitbelichtungen gibt es am Uttakleiv Beach noch und nöcher. Hier ist mir der große runde Stein besonders aufgefallen. Wetten, dass dein Blick auch wie ferngesteuert immer wieder dorthin gezogen wird?

    Unstad – Arctic Surf

    Und dann gibt es noch die ganz Verrückten – Wellenreiter! Der schmale Strandabschnitt bei Unstad gilt quasi als das Hawaii der Lofoten. Wer Wellenreiter ist, also ein RICHTIGER Wellenreiter, kein Mode-Wellenreiter, muss einmal im Leben die Surfzone von Unstad im Neoprenanzug er- und überlebt haben! Ich bin kein Wellenreiter. Und wenn ich die gigantische Brandung hier aus meiner muckelig-warmen Funktionsbekleidung sehe, denke ich: „Wenn mich eine Welle erwischt, bin ich tot!“ Die Typen mit den langen Brettern unter den Füßen denken vermutlich: „Wenn ich eine Welle erwische, bin ich Gott!“ Verkehrte Welt. Wir sind jedenfalls bei fiesem Wind und ordentlich Brandung hier und lassen die Auslöser unserer Kameras rattern. 

    Haus im winterlichen Unstad

    Ein kleines Haus in Unstad. Mich friert’s schon beim Ansehen des Fotos!

    Lofoten fotografieren im Winter. Hier der Fotograf Florian Läufer bei Unstad

    Gi-gan-tisch!!!

    Riesige Wellen bei Unstad in Norwegen

    Die perfekte Welle – aus Sicht eines Fotografen.

    Tosende Wellen bei unstad auf den Lofoten.

    Wellenreiter im Neoprenanzug

    Geht’s noch? Warum tut man das? Egal, meinen allergrößten Respekt haben die Waghälse, die sich in die eiskalten Wellen trauen!

    Wellenreiter bei Minusgraden am Skagsanden Beach

    Fotograf vor brechenden Wellen auf den Lofoten

    Hörst du es?

    Lofoten fotografieren – Skagsanden Beach ist unverzichtbar

    Skagsanden Beach bei Flakstad ist ein eindrucksvoller Küstenabschnitt auf den Lofoten. Wenn man Skagsanden googelt, findet man in englischer Sprache sehr treffende Wörter: iconic, scenic, imposing, amazing… Wie sagt man’s auf Deutsch? Geil! Wenn du die Lofoten fotografieren willst, hast du hier unfassbar viele Möglichkeiten, dich kreativ auszutoben. Die Bergkette im Hintergrund erinnert mich strukturell an das Vestrahorn in Island. Und auch hier, am Skagsanden Beach, kannst du mit starken Vordergründen, Spiegelungen und bewegtem Wasser („Wuuusch!“) arbeiten. Und mit Wellenreitern – denn die sind hier ebenfalls auf der Suche nach der perfekten Welle.

    Flakstad Kirche

    Feines Fotomotiv – die Pfarrkirche im Dorf Flakstad. Den Berg im Hintergrund siehst du gleich auch auf den Abbildungen von Skagsanden Beach.

    Langzeitbelichtung Skagsanden bei Flakstad

    Was für ein Berg! Erinnert mich an das Vestrahorn, das wir 2017 und 2018 in Island fotografierten.

    Zwischen den Felsen am Skagsanden Beach hat sich ein kleiner Pool gebildet

    Beeindruckender Pool!

    Lofoten fotografieren im Winter. Hier: Skagsanden bei Flakstad

    …den Holger längst im Blick hatte.

    White Water!

    Fischerboot auf den Lofoten. Fotograf: Florian Läufer

    Lofoten fotografieren: Solche farbenfrohen Motive findet, wer sich einfach mit dem Auto durchs Nirgendwo treiben lässt.

    Dir hat es bis hierher gefallen? Dann freue dich auf den zweiten Teil von „Lofoten fotografieren im Winter“, den ich in den nächsten zwei bis drei Wochen hier veröffentliche. Ich möchte nicht zu dick auftragen, aber die wahren Schätze kommen erst noch! Malerische Fotos von Sakrisøy, Hamnøy und Reine erwarten dich. Und außerdem verrate ich, warum ich als Hamburger nie, nie, nie wieder „Fischkopp“ genannt werden möchte seit unserer Fotoreise…

    Einige Ergebnisse vom Lofoten fotografieren im Winter in einer Ausstellung

    Übrigens: Einige meiner Lofoten-Fotos kannst du direkt auf dieser Homepage als Highend-Druck auf Leinwand, Alu Dibond, Holz, Acrylglas oder Künstlerpapier ordern. Hier geht es direkt in die Galerien: LEINWAND-SHOP

    (Nachtrag: Inzwischen ist der zweite Teil längst online gegangen. Hier geht es direkt dorthin: Lofoten fotografieren im Winter – Part II )

    Wenn du auch in Zukunft Blogartikel von mir lesen möchtest, dann markiere meine Facebook-Seite mit Gefällt mir – so verpasst du keine Neuigkeiten. Fragen, Anregungen, Kritik? Dann komme gerne über das Kontaktformular ins Gespräch mit mir. Ich freue mich auf deine Nachricht.

  • Weihnachtszeit – Mein Jahresrückblick 2018

    Weihnachtszeit – Mein Jahresrückblick 2018

    „Sti-hiii-le Naaaacht, hei-liii-ge Naaacht….“ Kaum ist der Jahrhundertsommer vorbei (*schwitz), steht Weihnachten vor der Tür (*frier). Als Fotograf drehen sich in dieser Zeit die Uhren etwas langsamer. Hier und da gibt es noch eilige Anfragen zu weihnachtlichen Familien-Shootings, ansonsten kehrt Ruhe ein. Zeit, einen Rückblick auf das fast vergangene Jahr zu wagen.

    Zunächst einmal: 2018 war aufregend! Es gab viele Höhen und nur ganz wenige Tiefen. Ach, und so richtig tief waren die eigentlich auch nicht. Nur: Ich versuche, mich stets auf alles gut vorzubereiten und dann kommen Dinge manchmal eben doch anders, als man sie sich vorher zurechtgelegt hat. Im Nachgang schmunzele ich dann oft sogar über diese kleinen Stolpersteine. 

    Let it snow!

    Bleiben wir positiv: Was mir vom Beginn diesen Jahres in guter Erinnerung blieb, war das Shooting mit dem Räumfahrzeug. Ja, Räumfahrzeug! So schräge das klingt, so witzig ist es eigentlich. Der Winterdienst Borchers hatte mich kontaktiert, weil der Juniorchef in Sachen Marketing ein bisschen Gas geben wollte. Der Plan: Eines seiner Räumfahrzeuge von allen Seiten fotografieren, um mit den entstandenen Bildern einen Linienbus des Hambuger Verkehrsverbunds zu folieren, der dann drei Jahre lang quasi als Räumfahrzeug durch Hamburg fährt. Gesagt, getan! Ich fotografierten auf einem verlassenen Hafengelände das Räumfahrzeug, der Bus wurde foliert und heute fährt er durch die Hamburger City. 

    HVV-Bus mit Folierung

    „Mööp-Mööp!“ So sieht der fertige HVV-Bus aus. Drei Jahre lang wird der folierte Bus nun durch die Hamburger City fahren.

    Ebenfalls in der kalten Jahreszeit fand das Shooting mit RTL II-Kochprofi Nils Egtermeyer statt. Dem Sternekoch wurde für eine Videoproduktion im Smeg-Küchenstudio von einem Kamerateam in die Töpfe geguckt, ich sollte entsprechende Fotos für begleitende Zeitschriftenartikel machen. Das Ganze lief von allen Seiten sehr professionell ab und es dauerte nicht lange, bis das Film- und Fotomaterial veröffentlicht wurde. Mir läuft heute noch das Wasser im Munde zusammen…

    Kochprofi Nils Egtermeyer beim Filmdreh

    RTL II-Kochprofi Nils Egtermeyer während der Aufnahmen. Gedreht wurde im Smeg-Küchenstudio in Hamburg.

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    Hering mit Bohnensalat und Cashewkernen – lecker! Ein Making of-Bild siehst du, wenn du den Slider mit der Maus (oben links) nach rechts bewegst.

    Angelnpluss Titelfoto zur Kochserie mit Fernsehkoch Nils Egtermeyer

    Das fertige Cover der Videoproduktion für „Angeln PLUS“ vom Jahr Top Special-Verlag

    Südlich des Polarkreises

    Kurz darauf entfloh ich mit meinem befreundeten Fotograf Holger Kröger der Hamburger Kälte, um in noch größere Kälte vorzurücken. Wir packten dicke Klamotten, Steigeisen und Wollmützen in unsere Reisetaschen und flogen ins winterliche Island. Und da? Vereiste Wasserfälle, schneebedeckte Landschaften und Polarlichter fotografieren. Auf diesem Trip gab es die eine oder andere Tiefe, von der ich oben schrieb. Der Schneesturm, war zum Beispiel nicht so witzig. Oder der Autounfall. Gesperrte Straßen auch nicht. Wenn ich bloß daran denke – könnte ich sofort wieder los!

    Kurz darauf fand die Internorga 2018 (Leitmesse der Gastronomie) statt, auf der ich auf dem Grill- und Barbeque-Court für das Grill-Kontor Hamburg fotografierte. Das Food-Thema blieb also weiterhin in meinem Fokus.

    Landschaftsfotograf Florian Läufer

    Fotograf Holger Kröger an einem Gletscher in Island

    Landschaftsfotograf Holger Kröger am Vatnajökull-Gletscher während unserer gemeinsamen Fototour im März 2018.

    Making of von Landschaftsfotos am Aldeyarfoss in Island

    Am Aldeyarfoss in Island. Keinen Schritt weiter! (Fotocredit: Holger Kröger)

    Fotograf Florian Läufer liegt bäuchlings auf einer Eisfläche für eine schöne Perspektive

    Alles für die Perspektive! (Fotocredit: Holger Kröger)

    Aurora Borealis im Winter am Jokulsarlon

    Ich hab‘ das Paradies gesehen!

    Fotograf mit zwei Canon EF 100-400 Objektiven an 5D Mark II und IV

    Mit diesem Handyfoto von Holger war rechtzeitig für einen Ostergruß gesorgt. (Outtake)

    Fotograf Florian Läufer

    Über dieses Portraitfoto habe ich mich sehr gefreut. (Fotocredit: Martina Thewes)

    Die Jungs vom Grill-Kontor Hamburg auf der Internorga 2018

    Internorga 2018 – Die wollen nur spielen. Und grillen. Ehrlich! (Outtake)

    Guiseppe Messina und Rene Kalobius. Fotograf Florian Läufer

    Verrückte Typen! Koch, Gastro-Coach und Blogger Guiseppe Messina (links) und Sternekoch René Kalobius.

    Hochzeitsfotos – manchmal mit einem Kloß im Hals

    Und dann begann nach und nach die Hochzeitssaison. Ob Standesamt, Kirche oder freie Trauung, ich durfte an den Wochenenden ganz unterschiedliche Hochzeiten mit dem Fotoapparat begleiten. Es gab so unglaublich viele schöne, romantische, lustige, aufregende, berührende, spannende und verliebte Momente, bei denen ich reichlich Glück und Freudentränen einfangen konnte. Allerdings: Man glaubt gar nicht, wie häufig auf Hochzeiten auch Trauer eine Rolle spielt. Wenn das Brautpaar ihren Weg in einen neuen Lebensabschnitt geht, wird in den Reden und Ansprachen immer auch zurückgeblickt. Häufig wird dabei bereits verstorbenen Familienmitgliedern gedacht, was zu sehr bewegenden Momenten führt. Ich nehme in diesen Momenten den Finger vom Auslöser. Unter uns: Ich bekomme dann manchmal selbst einen Kloß im Hals.

    (In eigener Sache: Viele Beispiele meiner fotografischen Hochzeitsbegleitungen findest du unter oder rechts neben diesem Beitrag – je nach verwendetem Endgerät. Klicke einfach bei „Themen“ auf den Button „Hochzeitsreportage“. Viel Spaß beim Anschauen!) 

    Die Ergebnisse sind so unterschiedlich wie die Hochzeitspaare

    Dies sind aber immer nur kurze Momentaufnahmen. Ansonsten durfte ich 2018 sehr, sehr schöne Hochzeiten mit dynamischen Partys und vielen Highlights begleiten. Ganz herzlichen Dank an „meine“ Brautpaare für das Vertrauen in mich und meine Arbeit als Hochzeitsfotograf! 

    Ringtausch bei kirchlichen Trauung in Kaltenkirchen

    Love is in the air! Und wie!

    Brautpaar mit wehendem Schleier in der Wilstermarsch

    Hochzeitspaar Birte & Leon in der Wilstermarsch.

    Outtake Hochzeitsfoto im Grünen mit Kuh

    Photobombing at it’s best! Irgendjemand vermasselt’s immer… (Outtake)

    Lebensfreude auf der Tanzfläche einer Hochzeitsfeier

    So viel Glück und Lebensfreude wie bei der Hochzeit von Martina und Thorsten erlebst du nur selten. Klasse!

    Getting Ready - Blick aus dem Flur in zwei unterschiedliche Zimmer

    Eines meiner Lieblingsfotos vom „Getting Ready“ aus 2018. Links wird Braut Katrin geschminkt, rechts blickt Gleich-Gatte René aus dem Fenster.

    Outtake auf der tanzfläche einer Hochzeit bei Hamburg

    Auch witzig: Durch die lange Belichtungszeit scheint das Gesicht der Tänzerin durch den Arm ihres Tanzpartners. (Outtake)

    Outtake kirchliche Trauung

    Was ist denn da los? Das Gesicht der Braut wirkt so… komisch! Man muss zweimal hinsehen, um das Foto zu „verstehen“. (Outtake)

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    Brautpaarshooting hinter dem Schloß in Bad Bramstedt. Bewege den Slider mit der Maus, um ein Making of-Foto zu sehen.

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    Auf allen Vieren entstand dieses Foto. 

    Noch etwas zum Schmunzeln: Auf jeder Hochzeit nimmt man sich irgendwann ein gutes Stündchen Zeit für die klassischen Hochzeitsfotos. Ich suche mir dann mit dem Hochzeitspaar und einem Helfer einige schöne Ecken zum Fotografieren. Hier und da gebe ich Anweisung für einen besseren Stand und das Posing. Und weil man ja nicht immer weiß wohin mit den Armen wenn man fotografiert wird, sage ich oft zum Bräutigam: „Deine Hand hängt ein bisschen ungenutzt herunter. Fass damit mal bitte deine Frau an.“ Jetzt kommt’s: In 50% dieser Situationen geht die Hand spaßeshalber (aber intuitiv) an: die Brust der Frau! Ich habe Dutzende solcher Fotos – zeigen werde ich sie hier natürlich nicht. 

    Könnte ein Buchtitel sein: „Fotograf Florian Läufer – ganz unten!“

    Und dann war da noch die Datenschutzgrundverordnung. (Tiefpunkt!!!) Was in seiner Länge so sperrig auszusprechen ist (sieben Silben), wird selbst in der Abkürzung (fünf Silben) nicht besser: DSGVO. Leichter schreiben lässt es sich, wenigstens das. Anfangs habe ich mich entschlossen, das Thema erstmal zu ignorieren. Damit kommst du natürlich nicht weiter. Also: Lesen, Rat holen, diskutieren, bedenken, verwerfen, bedenken. Vorsichtig geschätzt durfte ich mich rund 100 Arbeitsstunden mit der DSGVO beschäftigen. Und weil dich als selbstständig arbeitender Mensch dafür niemand bezahlt, war das natürlich reines Privatvergnügen. Angefühlt hat es sich wie eine Bestrafung. Und sehr viel schlauer bin ich darüber hinaus auch nicht geworden. Man darf es so sagen: Es wurde versucht, mit der DSGVO etwas zu regeln – und das ging schief. Bis heute herrscht in der Branche große Unruhe und niemand weiß, wie man die DSGVO als Fotograf rechtskonform umsetzt. Juristen sagen, man warte jetzt auf Urteile von Gerichten, um ein Gefühl für die Rechtsauslegung zu bekommen. Na, Mahlzeit! Da darf man nur hoffen, selbst kein Präzedenzfall zu werden. Dann ist nach Black-Friday und Cyber-Monday ganz schnell Insolvenz-Tuesday!

    Screenshot DSGVO

    Bei der Google-Bildersuche (Screenshot) wirkt die DSGVO wie ein Blick in den Sternenhimmel. Für mich war es ein Blick in den Abgrund!

    Arbeit mit Profis

    Spannend ist auch das Business-Shooting mit und bei der Möller-Medienagentur bei Berlin gewesen. Für eine Imagebroschüre sollten aussagekräftige Mitarbeiterfotos in typischen Arbeitssituationen erstellt werden. Und weil sich die Medienprofis berufsbedingt mit Fotos auskennen, konnten wir gemeinsam auf professioneller Ebene die entsprechende Bildsprache umsetzen. Was das konkret bedeutet? Wenn du als Fotograf mit deinem Gesprächspartner über Blenden, Verschlusszeiten und ISO-Einstellungen fachsimpeln kannst.

    Business-Fotografie

    Kreativschmiede Möller Medienagentur

    Detailaufnahme Business-Shooting

    Business-Foto Headset

    Making of eines Fotoshootings mit Fotograf Florian Läufer

    Es werde Licht!

    Brandenburg – Es kann so einfach sein

    Sehr gerne blicke ich auf meine seit einigen Jahren bestehende Kooperation mit dem Tourismusverband Seenland Oder/Spree zurück. Als vielseitig interessierter und naturverliebter Mensch sind die gemeinsam ausbaldowerten Shootings thematisch genau mein Ding. Von Kultur über Architektur bis zur Landschafts- und Peoplefotografie gehört alles dazu, um Urlaubern die Brandenburger Region fotografisch näherzubringen. Das ist das eine. Das Andere: Die Crew des Tourismusverbandes ist so eine klasse Truppe, dass sich die mehrtägigen Shootings gar nicht nach Arbeit anfühlen – so lang die Tage auch manchmal sind. Wenn ich hinterher die Fotos am Rechner bearbeite, denke ich manchmal: „Florian, du hast den schönsten Job der Welt!“

    Familie winkt vom Steg aus einem Dampfer auf dem Scharmützelsee zu

    Coverfoto: Florian Läufer

    Pack die Badehose ein… Dieses Foto wurde Titelbild vom Gastgeberverzeichnis Scharmützelsee.

    Outdoor-Portrait einer jungen Frau, die die Hand ihres Freundes hält

    Tolles Lächeln!

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    Der Weg zu diesem Foto war eine Herausforderung. Millionen blutrünstige Stechmücken bohrten ihre Rüssel in unsere Haut. Wenn der Fotoapparat mal nicht klickte, mussten wir uns sofort schützen. Wie das aussah, siehst du, wenn du den Slider mit der Maus bewegst. Model sein ist kein Honigschlecken.

    Paar sitzt auf Sandhügel in Brandenburg

    Auch so schaut es in Brandenburg aus. Hättest du DAS geglaubt?

    Junges Paar kauft Kugeleis

    Zwei Frauen in der Töpferwerkstatt

    In der Töpferwerkstatt.

    Junges Paar am Ufer der Spree. Fotograf: Florian Läufer

    Die Fotos für den Tourismusverband sollen Lust auf Brandenburg als Urlaubsdestination machen. Ich meine: Wer möchte hier nicht am Ufer der Spree ein Picknick genießen?

    Sonnenaufgang am See

    Morgens früh in Brandenburg. Ich könnte sofort wieder hin.

    Gewölbe eines Museums in Brandenburg

    Im Gewölbe des Museums Fürstenwalde.

    Cover: Florian Läufer

    Was aus den Fotos der Shootings mit dem Tourismusverband Seenland Oder-Spree wird? Das hier zum Beispiel – ein Cover. Aber auch Postkarten, Kalender, Flyer, Broschüren und, und, und.

    Von Babybauch zu Babyfotos

    Was gab es 2018 noch? Klasse fand ich die „Pronovias Fashionshow“ des Hochzeitsausstatters Laue Festgarderobe in Tellingstedt. Der Laden war brechend voll als Ende Juli zur Brautmodenschau geladen wurde. Ich fotografierte die Veranstaltung und konnte traumhafte Hochzeitskleider (präsentiert von ebenso traumhaften Models) auf meine Speicherkarten bannen.

    Catwalk bei Brautmodenschau im Hause Laue Festgarderobe

    Brautkleid bei Modenschau. Fotograf Florian Läufer

    Die traumhaften Hochzeitskleider wurden von ebenso hübschen Models auf dem Catwalk präsentiert. 

    Catwalk bei der Brautmodenschau von Laue Festgarderobe

    Brautmodenschau in Tellingstedt

    Fotografin bei Modenschau

    Handyfoto Hochzeitskleid

    Lauter Paparazzis…

    Im Gedächtnis bleiben werden mir auch die Shootings mit Vera und Marcel samt ihrem Nachwuchs. Dazu muss man wissen: Das erste Shooting hatte ich mit den beiden, als Vera mit dem ersten Kind schwanger war. Danach dann die Babyfotos, später dann der zweite Babybauch und auch die zweiten Babyfotos. Es ist wirklich toll, das bisherige Wachsen der jungen Familie dokumentiert zu haben. Und: Dazu sind die zwei (jetzt: vier!) auch noch so fürchterlich nett! Was willst du mehr?

    Verliebtes Pärchen im Gegenlicht beim Babybauchshooting

    Babyfoto Newborn

    Vera und Marcel während der zweiten Schwangerschaft im Spätsommer (oben). Was aus dem Bauch geworden ist, versteckt sich hier unter dem blauen Mützchen.

    Eine weitere tolle Erfahrung war das Outdoor-Shooting mit XXX (Name wird nicht verraten). Bisher hatte ich die unregelmäßigen Nackedei-Anfragen von anderen Damen immer abgelehnt. Weil wir uns aber ebenfalls von ihrem Babybauch- und Newborn-Shooting schon kannten und Ästhetik an vorderster Stelle stand, sagte ich in diesem Fall zu. Um es zusammenzufassen: Ihr Gatte war begeistert von den Bildern, die an diesem Tag entstanden und später das Geburtstagsgeschenk darstellten.

    Urbanes Unterwäscheshooting an den Hamburger Elbbrücken

    Bikini-Shooting (na gut, es war Bodywear) an den Hamburger Elbbrücken.

    Auf geht’s –  2019 wartet mit tollen Events und Herausforderungen!

    Wie geht es 2019 weiter? Ich hoffe, genauso aufregend wie das ausklingende Jahr! In Sachen Hochzeit stehen schon allerlei feste Termine mit verliebten Paaren in meinem Kalender. Ferner sind einige Projekte in der Pipeline, die mich herausfordern werden. (Wir wissen ja alle, wie wichtig positiver Stress ist.) Außerdem wird es wieder eine Tour in gefrorene Eis- und Schneelandschaften geben, diesmal aber oberhalb des Polarkreises, nicht nach Island – mehr wird noch nicht verraten. Ich bleibe also weiterhin als Fotograf breit aufgestellt und versuche, möglichst viel Abwechslung in meine Fotografie zu bringen. 

    Verdammt, es juckt jetzt schon so unglaublich im Auslösefinger… Ich freu mich drauf!

    Allen Besuchern meines Blogs, allen Fotobegeisterten da draußen und natürlich allen wunderbaren Menschen, die ich 2018 fotografieren (und mit denen ich zusammenarbeiten) durfte, wünsche ich eine tolle Weihnachtszeit, einen guten Rutsch und einen hervorragenden Start ins neue Jahr. 

    [ics-comparison-slider id=15]

    Der Weihnachtsmarkt vor dem Hamburger Rathaus. Das Foto nahm ich kürzlich aus einem (sehr kleinen) Fenster der Petri Kirche auf. (Bewege den Slider mit der Maus, um ein Making of-Bild zu sehen.)

    Beleuchtete Elche auf der Mole in Travemünde

    Weihnachtsmann kann jeder – Weihnachtselche! Gesehen auf der Mole in Travemünde. 

  • Freie Arbeit: Fotoreise – Island in 8 Tagen (Part II)

    Freie Arbeit: Fotoreise – Island in 8 Tagen (Part II)

    Island im Winter und das Wetter schlägt um. Im ersten Teil dieses Reiseberichts trotzten wir Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt bei ganz fiesem Nordwind. Klingt kalt, ist es auch! Aber es geht noch kälter: Seit heute Morgen zeigt das Thermometer zweistellige Minusgrade an, außerdem bekommt der Norden Islands satten Schneefall ab. Holger und ich reden uns ein, dass uns das nichts ausmacht. Schließlich geht es ja auch um Schneelandschaften, die wir auf unserem Roadtrip fotografieren wollen. Voilá – alles weiß!

    Angetrieben von unserer Leidenschaft heißt unser nächstes Ziel: der Basaltfelsen Hvítserkur. (Wie bei fast allen isländischen Bezeichnungen: Keine Ahnung, wie man das ausspricht.) Gut 15 Meter wächst „das Ding“ an der Ostküste der Halbinsel Vatnsnes in die Höhe und ist Nistplatz unterschiedlicher Vogelarten. Seine Form: einzigartig! Die einen sagen, der Felsen erinnere an einen Elefanten, andere sind der Meinung, an einen Dinosaurier. Die Isländer sind sich einig, dass es sich bei dem Felsen der Sage nach um einen Troll handelt, der von der Sonne versteinert wurde. Wie denn nun? Für mich ist es ein Elefant – basta! Und weil ich eben von Leidenschaft sprach: Der gekraxelte Weg die Steilküste auf frisch gefallenem Schnee hinab bis zum Felsen wird ein Stück weit zum Leidensweg. Puh, ist das anstrengend…

    Island im Winter. Schnee und Kälte sind die natürlichen Begleiter

    Was im Sommer eine kleine Kraxelei ist, wird bei Schnee und Eis zu einer kleinen Herausforderung. Nicht mehr weit – hinten links ist der Basaltfelsen Hvítserkur schon erkennbar.

    Der Basaltfelsen Hvitserkur bei Eis und Schnee im Winter

    Island im Winter: Da gefriert selbst das salzige Fjordwasser am Ufer der Halbinsel Vatnsnes zu einer wabernden Eissuppe.

    Der Basaltfelsen Hvitserkur ist der Sage nach ein versteinerter Troll

    Ich bleibe dabei – der Basaltfelsen Hvítserkur hat die Form eines Elefefanten. Was meinst du?

    Weiter geht’s! Um eine lange Autofahrt bei Schneegestöber kurz zu machen: Wir verfahren uns (mehrfach), fluchen (häufig) und sind uns sicher, dass einige Straßen gar nicht existent sind, auf die uns unser Navi lenken möchte. Immer die Ruhe, verdammt nochmal! Irgendwann sind wir endlich da. Am Wasserfall der Götter – dem Goðafoss. Warum der Wasserfall diesen göttlichen Namen bekommen hat? Fotos angucken! Muss man DAS noch erklären?

    Godafoss in der winterlichen Landschaft Islands eingebettet

    Aus der Ferne betrachtet wirkt der Goðafoss noch recht unspektakulär. Warte ab, bis du ihn aus der Nähe siehst! 

    Fotograf Florian Läufer am Godafoss Wasserfall auf Island

    Dichter dran geht nicht! Ein Gedicht aus Wasser, Schnee und Eis. (Fotocredit: Holger Kröger)

    Langzeitbelichtung vom Godafoss - Wasserfall der Götter in Island

    Bis zuletzt kann ich mich nicht entscheiden, welche Seite des Wasserfalls mir besser gefällt.

    Godafoss bei Eis und Schnee

    Diese Langzeitbelichtung wird man nicht mal eben nachfotografieren können. Der Grund: Auf dem Fluss treiben allerlei Eisschollen deren Oberfläche mit einer Schicht ganz frisch gefallenem Schnee gepudert ist. Das fotografische Ergebnis sind die weißen Formationen im Wasser, welche die Treibrichtungen aufgrund der langen Belichtungszeit nachmalen. Einige Stunden später ist der Schnee auf den Eisschollen geschmolzen, sodass sich das Foto so nicht wiederholen ließ.

    Beim Fotografieren am Godafoos im Winter ist warme Kleidung unerlässlich

    Reisepartner und Landschaftsfotograf Holger Kröger in seinem Element – am Fuße des Goðafoss.

    Der untere Teil des Godafoss in einer Langzeitbelichtung festgehalten

    Nicht zu verachten: Der Unterlauf des Wasserfalls ist ebenfalls jederzeit ein Foto wert.

    Island im Winter – unbefahrbare Straßen!

    Nach diesem optischen Highlight fragen wir uns: Kann man diese sensationellen Eindrücke noch toppen? Man kann! Der Schnee macht es zwar nicht einfach, aber einmalig! Der Reihe nach: Bei starken Schneefällen gehen die Isländer ganz pragmatisch vor. Die Ringstraße, also die, die einmal um Island herumführt, hat oberste Priorität und wird als erstes geräumt. Alle weiteren Straßen sind in unterschiedliche Kategorien eingeteilt und werden nach der Ringstraße ihrer Hierarchie entsprechend von den Schneemassen befreit. Bedeutet: Irgendwann oder gar nicht.

    Und hier schließt sich der Kreis: Die letzten Kilometer Schotterweg, die zum Aldeyarfoss – unserem nächsten Fotospot – führen, sind unbefahrbar. Nicht mit dem PKW, nicht mit unserem 4×4-Geländewagen und auch nicht mit den Arctic Trucks der Isländer. (Na gut, mit den Trucks vielleicht…) Also: 12 Kilo Ausrüstung auf den Rücken schnallen und die gut vier Kilometer (wovon gefühlt fünf bergauf führen) durch den Schnee zum Wasserfall stapfen. Hätte nicht gedacht, bei dieser Kälte so ins Schwitzen zu kommen. In der Nachbetrachtung muss ich sagen: Wären es zehn Kilometer gewesen, wir hätten sie mit einem Lächeln genommen. Was für ein Anblick. Der Aldeyarfoss gehört jetzt uns! Die Auslöser rattern und wir hauen die Speicherkarten voll – ein Traum im Schnee!

    Islandpferd auf Tuchfühlung mit dem Fotograf Holger Kröger

    Islandpferde auf dem Fußmarsch zum Aldeyarfoss – sie kommen als Freunde und gingen als „Feinde“. Warum? Darum: Unser abgestelltes Auto war vom Streugut mit einer feinen Salzschicht überzogen. Und das bemerkten auch die Pferde. Sie leckten und bissen (!) am Autolack, was zu ziemlich unschönen Kratzern führte… Gut, dass wir gut versichert waren!

    Ganz nah dran: Fotograf Florian Laeufer aus Hamburg fotografiert ein Islandpferd

    Unter uns: Ein kleines bisschen bin ich ja auf die Haarpracht der Islandpferde neidisch. Dann hätte ich mir die Mütze sparen können unter der ich ganz schön ins Schwitzen komme. (Fotocredit: Holger Kröger)

    Fotograf am Rand des Aldeyarfoss

    Endlich angekommen! Am oberen Rand des Aldeyarfoss Wasserfalls werden erstmal die Fotoapparate eingerichtet, dann die Aussicht genossen. „Beeindruckend“ ist dabei eine offenkundige Untertreibung! (Fotocredit: Holger Kröger)

    Der Aldeyarfoss ist im verschneiten Winter eine wahre Pracht

    Bei einer Fotoreise nach Island im Winter wünscht sich jeder Fotograf, den eingeschneiten Aldeyarfoss zu fotografieren. Wir haben Glück und freuen uns wie die Schneekönige über diesen Anblick!

    Island im Winter. Hier der Aldeyarfoss aus Sicht des Fotografen

    Ganz schön hoch! Die besten Fotos vom Aldeyarfoss sind realisierbar, wenn man sich bis an die äußerste Felskante vortraut…

    Der aufmerksame Leser dieses Blogs hat es längst bemerkt: Der Zusatz „-foss“ steht für Wasserfall. Worauf ich hinaus möchte: Es bleibt vorerst bei Wasserfällen bei unserem weiteren Weg. Kurze Orientierung – wir befinden uns jetzt im Nordosten der Insel, haben rund 1.200 Kilometer zurückgelegt und wollen uns Dettifoss und Selfoss anschauen. Vorbei am dampfenden Geothermal-Gebiet Krafla und dann immer geradeaus entlang der Ringstraße durch die weiße Schneewüste.

    Meine Güte sind wir uffgeregt. Und das hat seinen Grund: Dettifoss und Selfoss liegen nur einige Hundert Meter voneinander entfernt. Während der Dettifoss der leistungsstärkste Wasserfall Europas ist und auf einer Breite von 100 Metern mit seinen Wassermassen 45 Meter in die Tiefe stürzt, besticht der Selfoss durch seine epische Schönheit. Geil! (Verzeihung ob der Saloppheit!) Und es kommt am Ende doch ganz anders…

    Das Geothermalgebiet Krafla im Gegenlicht

    Nein, nicht der Mars! Dieses Foto ist im Geothermalgebiet Krafla entstanden. Dort blubbert und qualmt es aus jeder Ritze. Und es stinkt – nach Schwefel! Nicht schön…

    Island – Insel aus Feuer und Eis

    Unwirklich. Laut zischend. Heiß und kalt zugleich. Muss man gesehen haben!

    Fotograf im Geothermalgebiet Krafla

    Wer hat Angst vor’m schwarzen Mann? Keine Sorge, der will nur fotografieren! Eine Szene wie aus einem Endzeitfilm.

    Ausgeträumt: So hatten wir uns das nicht vorgestellt…

    Die zehn Kilometer lange Zufahrt, die auf einer Schotterpiste zu den Wasserfällen führt, ist mit Warnschildern markiert und frisch zugeschneit. Da stehst du dann frühmorgens, freust dich auf die eindrucksvollsten Wasserfälle Islands und plötzlich ist alles dichtgemacht. Wie weiter? Ich weiß nicht, ob ich dagegen oder dafür bin. Holger ist ist nicht so wankelmütig: „Dafür!“ Heißt: „Da müssen wir jetzt durch! Wir sind doch nicht zum Spaß hier!“ Auf der Strecke gibt es nur Sekt oder Selters. Wenn du in den Schneewehen anhältst, bleibst du stecken. Holger gibt also Gas, ich gute (und schlechte) Ratschläge. Stellenweise sind wir über die Schneebretter „geschwommen“, irgendwann haben wir es aber geschafft und sind an den Wasserfällen. Der letzte Kilometer geht nur noch zu Fuß. Und jetzt würde ich so gerne etwas von aufregenden Superlativen schreiben. Eindrucksvolle Wasserfälle, ohrenbetäubendes Rauschen, blabla… Ich will ehrlich bleiben: Als wir die Wasserfälle sehen, sind wir auf dem Tiefpunkt dieses Roadtrips angekommen. 90 Prozent des Selfoss sind eingefroren! Da, wo sonst die Wassermassen in die Tiefe fallen, ist alles mit einer weißen Schneedecke überzogen. Ich bin enttäuscht. Wir stapfen durch den frischen Schnee bis zum Dettifoss, der zwar wenig Wasser führt, aber dennoch imposant ist. Nur: Die Gischt zeigt sich in einer riesigen Wolke, die fast den gesamten Wasserfall einhüllt. Ich mache einige Fotos, arbeite später aber kein einziges am Computer aus. Das hier ist kein Wasserfall, das ist aus fotografischer Sicht ein Reinfall. So ist das auf Island im Winter.

    Aber jedes Übel hat schließlich auch sein Gutes: Hätten wir uns von den Warnschildern abhalten lassen und uns nicht durch die Schneemassen gekämpft, hätten wir immer im Hinterkopf behalten, diese beiden Wasserfälle verpasst zu haben. Jetzt sind wir um das Gegenteil schlauer: Nix verpasst. Na bitte!

    Wer island im Winter bereist, hat es oft mit gesperrten Straßen zu tun. Hier wegen frischem Schneefall

    Eine frische Schneedecke und gelb-rote Schilder bedeuten nix Gutes. Impassable? Das gilt doch nicht für uns, oder?

    Unfall mit dem Mietwagen auf Island im Winter

    Man neigt ja dazu, Erlebnisse ein bisschen auszuschmücken. Ich bin eher Leisetreter und sage: „Was in Island passiert ist, bleibt in Island!“ Nachdem das rechte Fahrzeug wenige Meter vor uns von der Fahrbahn geschossen und in einer weißen Wand verschwunden ist, müssen Holger und ich erstmal rechts ran und mit zittrigen Händen einen Kaffee trinken. War knapp! Die gute Nachricht: Es gab keinen Personenschaden.

    Im Winter führt der Selfoss ausgesprochen wenig Wasser und büßt dadurch reichlich von seiner sonst imposanten Erscheinung ein

    Man muss sich das vorstellen: Wenn der Selfoss im Sommer seine gewohnte Menge Wasser führt, besteht die gesamte rechte Seite aus in die Tiefe stürzendem Wasser, was in diesem Fall komplett eingefroren ist. Schade. Den benachbarten Dettifoss habe ich gar nicht erst fotografiert, weil er in einer Gischtwolke nahezu komplett verschwunden ist.

    Glück gehabt – gerade noch durchgekommen!

    Nun ist erstmal Strecke machen angesagt. Insgesamt rund 500 Winterkilometer, die uns über ein gut 100 Kilometer langes Plateau zum Südosten der Insel führen, um die geplante Umrundung innerhalb der anvisierten 8 Tage zu schaffen. Die Straßenbedingungen sind schlecht und wir kommen gerade noch durch, bevor EINEN Tag später aufgrund der starken Schneefälle die Ringstraße auf dem Plateau gesperrt wird. Glück gehabt!

    Wir nehmen noch den Svartifoss (Schwarzer Wasserfall) mit seinen imposanten Basaltsäulen mit, dann kommen wir am Bergmassiv Vestrahorn auf der Landzunge Stokksnes an, was bei unserer Reise im Vorjahr damals unsere östlichste Location war. Von diesem Zeitpunkt an verändert sich in meiner Wahrnehmung die Reise. Während viele Menschen – unabhängig vom Fotografieren – häufig mehrfach die gleichen Orte besuchen, um bereits Gesehenes erneut und in anderem Licht zu erleben, nehme ich die letzten Tage als Wiederholung wahr. Der Reiz des Neuen und Unbekannten ist verloren. Nicht falsch verstehen, aber ich bin eben ein Getriebener, der ständig neuen Eindrücken und keinen Wiederholungen hinterher jagt.

    Aber unter uns: Als am Vestrahorn die Sonne langsam untergeht und die ganze Szenerie in kühles Abendlicht taucht, bin ich natürlich trotzdem wieder wie besessen mit der Kamera unterwegs, um tolle Stimmungen einzufangen.

    Der Svartifoss mit Eiszapfen im Winter

    Schwarz-weiß ist bunt genug! Der Svartifoss „lebt“ von seinen dunklen Basaltsteinen.

    Basaltsäulen am Svartifoss Wasserfall

    Die Basaltsäulen im Detail. Natur ist etwas Schönes, oder?

    Schwarzweiss-Aufnahme Vestrahorn

    „Wuuusch!“ – eine große Welle überspült das Ufer am schwarzen Lavastrand vom Vestrahorn.

    Das Vestrahorn kurz nach Sonnenuntergang im Winter

    Die einmalige Form des Bergmassivs und die vorgelagerten schwarzen Dünen machen diesen Fotospot am Vestrahorn zu einem Must-have eines jeden Landschaftsfotografen. 

    Rentiere sind im Bereich rund um das Vestrahorn kein seltener Anblick

    Rentiere sehen wir hier im Süden zu Dutzenden. Dieses lässt uns ein bisschen näher heran, wahrt dann aber doch eine gewisse Distanz.

    Den Abschluss unserer Tour bildet das Gebiet am südlichen Rand des Vatnajökull-Nationalparks mit seinen Gletschern. Und auch hier bekommen wir erneut vorgeführt, dass man die Natur beim besten Willen nicht ausrechnen kann. Als Highlight wollen wir am berühmten Diamond Beach die von der Brandung des Atlantiks zurückgeworfenen Eisblöcke fotografieren, die uns im vergangenen Jahr so tolle Fotomotive boten. (Hier habe ich einen Blogbeitrag dazu geschrieben: Der Weg des Eises.) In diesem Jahr herrscht kräftiger ablandiger Wind, was dazu führt, dass der Strand nahezu eisfrei ist. Wo letztes Jahr zu Tausenden mannsgroße Eisbrocken in allen Formen und Farben liegen, sind jetzt nur wenige Eisplatten in geringer Größe zu sehen. Un-glaub-lich!

    Kein Grund sich zu beschweren. Es ist der letzte Abend und gleichzeitig mein Geburtstag. Den farbenprächtigsten Trumpf spielt die Vulkaninsel nach Einbruch der Dunkelheit aus und der heißt: Aurora Borealis! Die tanzenden Polarlichter erhellen den Nachthimmel über der Jökulsárlón-Gletscherlagune bis zum nächsten Morgen, an dem wir den Heimweg antreten müssen. Was für eine Abschiedsveranstaltung. Danke, Island!

    Der hamburger Fotograf Florian Läufer am Gletscher im Vatnajökul-Nationalpark

    Die wahren Dimensionen der Gletscher werden erst mit einem Größenvergleich sichtbar. Wahnsinn, oder?

    Toursiten bei einer geführten Gletschertour im Vatnajökull Nationalpark

    Jetzt bloß nicht ausrutschen…

    Seehund in der Gletscherlagune Jokulsarlon auf Island

    In der Jökulsárlón-Gletscherlagune treiben immer diverse Seehunde ihr Unwesen. Drollig, die frechen Kerle. 

    Island im Winter. Der Diamond Beach ist für Fotografen aus aller Welt ein Paradies

    Island im Winter – eine unentdeckte Welt? Man möchte es ja so gerne, die Realität sieht aber anders aus. Der Diamond Beach zieht ganze Fotografenrudel an. Nur: Wo sonst mannsgroße Eisbrocken zu Tausenden liegen, hat dieses Jahr der ablandige Wind ganze Arbeit geleistet. Das meiste Eis wird aufs Meer hinaus getrieben und so lagen am schwarzen Strand wenige und nur sehr kleine Eisbrocken herum.

    Eisplatte am Diamond Beach von Island

    Diese Jahr müssen wir viel Suchen, um zumindest ein paar fototaugliche Eisblöcke zu finden. Bei den meisten handelt es sich eher um Eisplatten…

    Langzeitbelichtung Diamond Beach, Island

    Geht, oder?

    Wellenformationen am schwarzen Strand von Island

    Wenn man das sieht, möchte man reinspringen. Wenn man die Kälte spürt, möchte man weg.

    Aurora Borealis im Winter am Jokulsarlon

    Unfassbar tolle Polarlichter bieten uns an der Gletscherlagune eine echte Lightshow am letzten Abend. Hier hat sich sogar noch eine Sternschnuppe ins Bild geschossen. (Was ich mir gewünscht habe, wird nicht verraten.)

    Polarlichter am Jökulsarlon

    Aurora Borealis – die Sonnenstürme geben über Stunden alles! Atemberaubend!

    Übrigens: Die schönsten Island-Fotos kannst du direkt auf dieser Homepage als Highend-Druck auf Leinwand, Alu Dibond, Holz, Acrylglas oder Künstlerpapier ordern. Hier geht es direkt in die Galerien: LEINWAND-SHOP

    Fazit: Island macht süchtig – so hatte ich es im ersten Teil dieses Reiseberichts gesagt. Und tatsächlich: Zwar haben wir die Insel auf unseren beiden Wintertouren insgesamt umrundet, trotzdem ist der Reiz groß, dass alles noch einmal in der warmen Jahreszeit in seiner vollen Farbpracht zu sehen. Ganz besonders das Hochland, welches im Winter unerreichbar ist, steht ganz weit oben auf der Liste. Man möchte sich ja nicht drängen lassen, aber der Tourismusboom schreitet immer weiter voran und die Besucherzahlen haben sich in den letzten Jahren vervielfacht! Drum müsste man sich eigentlich beeilen mit dem nächsten Trip. Ich selbst kenne die „guten alten Zeiten“ ja nicht, aber an vielen markanten Orten sind im Vergleich mit wenige Jahre alten Fotos inzwischen Besucherplattformen, Geländer, Seile und Warnschilder aufgebaut. Ich könnte mir vorstellen, dass dies erst der Anfang ist. Nicht umsonst: In der Vergangenheit ist zu viel passiert und es sind schon etliche Touristen zu Tode gekommen, weil sie zu dicht an Wasser oder Abhängen standen. Und so wird die Insel aus Feuer und Eis vermutlich in einigen Jahren viel von ihrer Urtümlichkeit verloren haben. Darum: Du willst auch eines Tages nach Island? Nicht aufschieben. Machen! Jetzt!

    Wenn du auch in Zukunft Blogartikel von mir lesen möchtest, dann markiere meine Facebook-Seite mit Gefällt mir – so verpasst du keine Neuigkeiten. Fragen, Anregungen, Kritik? Dann komme gerne über das Kontaktformular ins Gespräch mit mir. Ich freue mich auf deine Nachricht.

  • Freie Arbeit: Fotoreise – Island in 8 Tagen (Part I)

    Freie Arbeit: Fotoreise – Island in 8 Tagen (Part I)

    Man darf es so sagen: Island macht süchtig! Wer die Natur liebt, das Raue mag und böses Wetter nicht scheut, kommt an der Vulkaninsel aus Feuer und Eis nicht vorbei. Nachdem ich vor genau einem Jahr „mein erstes Mal“ auf Island erlebte, war klar: Das zweite Mal darf eine Fotoreise nach Island nicht allzu lange auf sich warten lassen! Wie schon im letzten Winter ging es auch dieses Jahr wieder gemeinsam mit dem ausgezeichneten Landschaftsfotografen Holger Kröger in das Reich von Kälte, Schnee und Eis.

    Und an dieser Stelle muss ich gleich ein fettes Lob herausstellen: Holger ist nicht nur ein erfahrener Landschaftsfotograf, er ist ebenso eine Organisationsmaschine! Bei jedem Roadtrip arbeitet man eine Reiseroute aus, klar. In unserem Fall sind die wichtigen Eckpunkte spektakuläre Fotospots. Auch klar. Holger studierte allerdings sämtliche Zuwegungen, Sonnenauf- und -untergangszeiten (samt der jeweiligen Richtungen), hatte Apps zwecks der zu erwartenden Polarlichter aufs Handy geladen, und, und, und. Wir hatten also Berge von Informationen zu unseren anvisierten Fotospots auf dieser Fotoreise nach Island. Kurz: Wo andere einen Plan B in der Tasche haben, sorgt Holger gleich noch für Plan C und manchmal auch Plan D. Die Schwierigkeit besteht eher darin, sich zwischen all den Möglichkeiten zu entscheiden. Glücklicherweise haben wir beide aber die gleichen Prioritäten auf diesem Roadtrip und können eigentlich alle Entscheidungen mit zweimal JA treffen.

    Fotoreise nach Island – und das Wetter?

    Die letzten zwei Wochen vor dem Abflug sind dann doch irgendwie ernüchternd. Das einzig nicht planbare bei einer Fotoreise ist das Wetter. Wir wollen Schnee und Eiszapfen, der Wetterbericht verspricht 10 Grad über Null, Regen und trüben Himmel. Also das, was man als Fotograf am wenigsten gebrauchen kann. Oder eher gar nicht. Mist!

    Wenige Tage vor der Abreise beginnt es in den Fingern zu kribbeln. Die Vorhersage dreht und uns erwarten satte Minusgrade, Schneefall und sogar sonnige Abschnitte. Bingo! Wenn sich das Wetter jetzt noch nach dem Wetterbericht richtet, dürfte es ziemlich cool werden… Um das vorweg zu nehmen: Das Wetter tut uns den Gefallen. Eine Woche lang! Mehr Glück darf man nicht erwarten. Also, lass uns in den Flieger setzen und unsere winterliche Rundreise beginnen. Bereit? Bereit!

    Ohne Allradantrieb bist du im winterlichen Island verloren, das wissen wir von unserem letzten Trip. Die Sache mit dem Mietwagen geht unkompliziert vonstatten und ehe wir uns versehen, sind wir mit unserem Suzuki auch schon „on the road“. Wie vorausgesagt bei Minusgraden und Sonnenschein. Während wir im vergangenen Winter nur den Süden der Insel erkundeten, wollen wir dieses Jahr innerhalb von 8 Tagen eine komplette Umrundung der Insel wagen – beginnend mit dem Norden. Das sind netto rund 1.400 Kilometer, inklusive unserer Fotoziele gut über 2.000.

    Erstes Ziel: Kirkjufell (dt.: Kirchberg). Der markante Berg im Westen Islands, direkt am Fjord Grundarfjörður gelegen, besticht durch seine einmalige Form und die ihm zu Füßen liegenden Wasserfälle. Ein Traum für Fotografen – und für die Filmindustrie! Hier wurden Sequenzen aus „Game of Thrones“ und „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ (Ben Stiller) gedreht. Schnee gibt es hier noch nicht, dafür einen eiskalten Ostwind der Stärke 6-7 Bft bei minus drei Grad – seeehr unangenehm!

    Fototrip: Mit dem Auto durch Island

    On the road again! Kurz nach unserer Ankunft mussten wir mit unserer kleinen 4×4 Suzuki-Bergziege erstmal ordentlich Kilometer machen. 

    Auf der Fotoreise Island auf den ersten Kilometern entstanden: eine tolle Lichtstimmung

    Wenn dich der erste Abend mit so einem Sonnenuntergang verwöhnt, weisst du: Es könnte schlimmer sein!

    Sonnenaufgang am vereisten Kirkjufell im Winter

    Die oberen Wasserfälle am Kirkjufell bei Sonnenaufgang. Was man auf diesem Foto nicht sieht: Rund ein Dutzend internationaler Landschaftsfotografen rechts und links von uns. Beliebte Spots sind eben gefragt.

    Die unteren Wasserfälle am Kirkjufell im Winter

    Und hier noch die Sicht an den unteren Wasserfällen rund eine halbe Stunde nachdem das obere Foto entstand.

    Kirkjufell als Filmlocation von Game of Thrones

    Eine Scene aus „Game of Thrones“, die am Kirkjufell gedreht wurde. (Screenshot: www.mustsee.is)

    Spikes? Ohne bist du aufgeschmissen!

    Unser nächstes Ziel ist ein eher unbekannter Wasserfall auf der dünn besiedelten Snæfelsness Halbinsel: der Svöðufoss/Svodufoss, den Holger irgendwann beim Googeln fand. Warum man diesen eindrucksvollen Wasserfall nur in wenigen Reiseführern findet, erschließt sich uns schnell. Während die bekannten Spots gut mit dem Auto erreichbar sind, verlangt der Svöðufoss nach einer „Eintrittskarte“. Um ihn aus der Nähe betrachten zu können, müssen wir über Stock und Stein. Der Weg ist nicht weit aber mühsam. Und das wissen wir von unserem letzten Aufenthalt: Spikes an den Schuhen sorgen nicht nur für sicheren Tritt, sondern oft für die grundsätzliche Möglichkeit, die rutschigen Eispartien überhaupt bewältigen zu können. Viele Fotos wären mit normalem Schuhwerk nicht möglich gewesen. Ja, der Satz: „Spikes? Brauchen wir hier nicht!“ ist sogar unser Running Gag in Island, weil aus der Ferne betrachtet vieles recht harmlos aussieht, wir aber häufig nach kurzem Weg eines Besseren belehrt werden und die Schuh-Schneeketten doch auspacken müssen.

    Auch das gehört bei einer Fotoreise Island dazu: Über Stock und Stein zum Fotospot

    Das Gute liegt nicht immer nah! Jetzt bloß nicht reinfallen – auf dem Rücken befindet sich Foto-Equipment im Wert vieler Tausend Euro… (Foto: Holger Kröger)

    Graufilter Fotografie am Fusse des Svodufoss in Island

    Am Fuße des eindrucksvollen Svöðufoss. Wer hier steht, will sich den Blick vom oberen Rand des Wasserfalls nicht entgehen lassen. Ergo: Let’s go bergauf! 

    Bei diesem Foto des Svodufoss kamen ein Grauverlauffilterfilter und der Lee Little Stopper zum Einsatz

    Geschafft! Die Gischt des Wasserfalls sorgt für allerlei Vereisungen auf der Wind zugewandten Seite.

    Selfie beim Fotografieren in Island

    Believe in your Selfie! Meine vor einigen Jahren neu erworbene Höhenangst macht mir oft zu schaffen bei dieser Fotoreise nach Island. Hier kauere ich einen Meter vor dem Abgrund hinter meiner Kamera und habe mich minutenlang nicht getraut wieder aufzustehen. (Handyfoto)

    Eisfläche oberhalb des Svodufoss in Island

    Wer dieses riesige vereiste Feld am oberen Rand des Svöðufoss nicht gesehen hat, kann die Ausmaße nur schwer einschätzen.

    Spikes waren auf dieser Eisfläche beim Fotografieren unverzichtbar

    Ohne Spikes an den Schuhen wären viele Fotospots für uns nicht erreichbar gewesen.

    Eis wohin das Auge blickt - dafür unternimmt man eine Fotoreise im Winter nach Island

    Eis – wohin das Auge blickt!

    Die Gischt des Wasserfalls führte zu bizarren Eisskulpturen

     

    Das „Must see“ auf unserer Island Fotoreise: Arnarstapi auf der Snæfelsness Halbinsel

    Nun zieht es uns in den kleinen Fischerort Arnarstapi. Hier haben wir ein kleines Problem: Das Wetter ist für eindrucksvolle Fotos zu gut! Klingt verrückt, ist aber so. Die zerklüfteten Felsvorsprünge, Inseln und der offene Atlantik stellt man sich als Fotograf ruppig, unwirtlich und mit dramatischen Wolken vor. Uns präsentiert sich aufgrund des ablandigen Windes spiegelglatte See, blauer Himmel und Sonnenschein, was eher zum Palmenstrand in der Karibik als zu der herben Landschaft Islands gepasst hätte. Sei’s drum – du kannst halt nicht alles haben. Und überhaupt: Polarlichter (Aurora borealis) stehen ja auch noch auf unserer Wunschliste und die sind eben nur bei freiem Himmel zu sehen. Theoretisch – praktisch bleiben uns die farbenprächtigen Sonnenstürme die meiste Zeit verwehrt. Dazu im zweiten Teil mehr… *zwinker

    Der Felsbogen bei Arnarstapi mit Sonnenstern

    Ein Bild, das ich mit Selbstauslöser aufgenommen habe. Hätte mich jemand dabei beobachtet, hätte man mich für einen ziemlich schrägen Typen gehalten: Kamera aufbauen, Timer-Auslöser einstellen, im Affenzahn auf den Torbogen rennen und bei einer Sekunde Belichtungszeit gaaanz still halten. Weil das nicht auf Anhieb klappt, musste ich die Prozedur etwa ein Dutzend Mal wiederholen… Wer denkt da nicht: „Hat der sie nicht alle?“

    Das meistfotografierte Haus auf der Snaefelsness Halbinsel bei Arnarstapi

    Wie sehr hätte ich mir hier eine neblig-trübe Suppe statt des Sonnenscheins gewünscht… Naja, ist ja trotzdem ganz hübsch geworden.

    Fotoreise Island – Fotograf vor eindrucksvoller Kulisse

    Bitte recht freundlich! Holger auf einer Bergkuppe an dem zerklüfteten Uferabschnitt in Arnarstapi.

    Die schwarze Kirche in Búðir

    Was mich echt anmacht, sind Kirchen. Ich mag einfach das Sakrale. In seinem Prunk genauso wie in seiner Schlichtheit. Und in Sachen Schlichtheit ist die berühmte schwarze Kirche von Búðir natürlich ein Muss. Auch hier finde ich den Sonnenschein nicht ganz passend und hätte mir die Kirche vor mystisch-wolkenverhangenem Himmel gewünscht und eine spätere Ausarbeitung der Fotos in düsterem Schwarz-Weiß. Wir halten uns gut zwei Stunden an der Kirche auf, was zu ganz unterschiedlichen Bildergebnissen führt. Wolken hin, Sonnenschein her. Ich sag’s mal hanseatisch zurückhaltend: Am Ende bin ich gar nicht mal so unzufrieden mit den Fotos der Kirche.

    Schwarze Kirche in Budir, schwarzweiss

    Ein Schwarzweiss-Foto von der Kirche schwebte mir im Kopf umher. Allerdings eher bei dramatisch bewölktem Himmel als im Gegenlicht der untergehenden Sonne.  

    Die schwarze Kirche bei Budir in der untergehenden Sonne mit reichlich Lens flares im Bild

    Die sonst so gefürchteten Lens Flares finde ich bei diesem Foto sehr passend und konnte sie bewusst einsetzen.

    Black church in Budir im letzten Licht

    Dieses Foto kam bei Facebook sehr gut an, wo ich kürzlich vier unterschiedliche Bilder der schwarzen Kirche gezeigt habe.

    Kolufossar – wenn du hier runterfällst, bist du tot!

    Nur einen Tag vor Abreise fand ich zufällig das Foto eines Wasserfalls im Internet, von dem ich zuvor nie etwas gehört hatte: der Kolufossar. Nimmt man es genau, handelt es sich bei diesem eindrucksvollen Katerakt um mehrere aufeinanderfolgende Wasserfälle, die gut 8 Meter in die Tiefe führen. So ist es bei Wikipedia zu lesen: Der Fluss Víðidalsá erodierte die Schlucht Kolugil und stürzt hier über die drei Wasserfälle Efrifoss („Oberer Wasserfall“), Kolufoss („Wasserfall der Kola“) und Neðri-Kolufoss („Unterer Wasserfall der Kola“). Auch wenn 8 Meter erstmal nicht sehr hoch klingen. Wenn man an den ungesicherten Rändern der Schlucht steht und unten mit ohrenbetäubenden Lärm das Wasser in die Tiefe stürzt, dann weiß man instinktiv: Wenn du hier runterfällst, bist du tot. Aaargh!

    Nichts für Höhenangst - in der Schlucht am Kolufossar gibt es keine Absperrungen

    Jupp, hinter dem Schild geht es einige Meter nach unten…

    Der Kolufossar fällt über insgesamt drei Wasserfälle in die Tiefe

    Hörst du das ohrenbetäubende Rauschen des oberen Teils vom Kolufossar? Ganz schön laut!

    Schon den Fotografen unten rechts am winterlichen Kolufossar erkannt?

    Eine Mischung aus Wasser und Eis – toll! Und: Holger schon auf dem Bild gefunden?

    Langzeitbelichtung am Kolufossar im Winter

    Hochwertiger Leinwand-Druck von dem Fotografen Florian Läufer

    Übrigens: Die schönsten Island-Fotos kannst du direkt auf dieser Homepage als Highend-Druck auf Leinwand, Alu Dibond, Holz, Acrylglas oder Künstlerpapier ordern. Hier geht es direkt in die Galerien: LEINWAND-SHOP

    Wenn dir dieser kleine Reisebericht gefällt, darfst du dich auf den zweiten Teil freuen, den ich in Kürze hier veröffentlichen werde. Darin wird es um einen Basaltfelsen gehen, der nach isländischer Sage ein Troll ist, die Wasserfälle Goðafoss, Aldeyarfoss, Svartifoss (waren super!), Dettifoss und Sellfoss (waren suboptimal), um Islandpferde, das Bergmassiv Vestrahorn, den Diamond Beach (leider fast ohne Diamonds) am Auslauf des Jökulsárlón-Gletschers und natürlich um Polarlichter. Und zu guter Letzt: Um Schnee. Viel Schnee!

    Wenn du den zweiten Teil auch lesen möchtest, dann markiere meine Facebook-Seite mit Gefällt mir – so verpasst du keine Neuigkeiten. Fragen, Anregungen, Kritik? Dann komme gerne über das Kontaktformular ins Gespräch mit mir. Ich freue mich auf deine Nachricht.

  • Freie Arbeit: Windmühlen in den Niederlanden

    Freie Arbeit: Windmühlen in den Niederlanden

    Wer in einem kreativen Beruf arbeitet, macht bald die Erfahrung, dass neben den vielen spannenden und herausfordernden Aufträgen immer auch Projekte durch den Kopf geistern, für die es keinen Abnehmer gibt. Man möchte, man will, man muss (!) eine Idee umsetzen, aber der Einzige, den es interessiert, ist man vermutlich selbst. Viele Kreative – ganz egal, ob Fotografen, Designer, Schriftsteller, whatever – vernachlässigen diese freien Arbeiten, weil sie sich nicht „auszahlen“.

    Die Landschaftsfotografie – eine Leidenschaft

    Ich sehe das komplett anders: Denn, erstens, haben solche kleinen Projekte einen hohen emotionalen Wert. An ihnen klebt Blut – Herzblut! Und das ist wichtig. Zweitens können freie Arbeiten sehr inspirierend für spätere Aufgaben sein. Ich habe schon häufig die Erfahrung gemacht, dass ich Bildideen aus meiner Just-for-fun-Fotografie später an anderer Stelle aufgreifen konnte. Manchmal erst Jahre später, aber ich war immer dankbar, dass ich auf diese Erfahrungswerte zurückgreifen konnte. Aber auch, drittens, die technische Herausforderung einer freien Arbeit kann den Horizont erweitern. Und damit sind wir bei den Windmühlen in Kinderdijk und Zaanse Schans, die ich kürzlich fotografiert habe. Denn hier arbeitete ich ausgiebig mit unterschiedlichen Filtern, die in meiner alltäglichen Fotografie eher selten zum Einsatz kommen.

    Verlauffilter zur Demonstration ins Handyfoto gehalten

    Ein klasse gestalterisches Werkzeug: Der Vergleich macht deutlich, welche Wirkung der Verlauffilter (hier: HAIDA Soft GND 0,9) auf das spätere Foto haben wird. 

    Bei freier Arbeit entstanden: Windmühle in Holland

    Tolles Foto einer der 19 altertümlichen Windmühlen in Kinderdijk, welches bei meiner freien Arbeit mit diversen Fotofiltern entstand. Glück gehabt, dass die Mühle gerade in Betrieb war und sich das Drehen der Mühlenblätter in der Bewegung darstellen ließ.

    Im Großen und Ganzen ist es die gesamte Landschaftsfotografie, für die ich eine Leidenschaft habe. Ich liebe es draußen zu sein, die Natur zu spüren, schmecken, fühlen. Und: In der Landschaftsfotografie hat man Zeit und kann sich mit seinem Motiv ausgiebig beschäftigen. (Versuch das mal als Hochzeitsfotograf, wo Dir oft nur Sekunden für DAS Bild bleiben.) Das beste Licht in den Morgen- und Abendstunden sollte man zwar nicht verpassen, aber dann bist Du mit deinem Motiv alleine. Herrlich!

    The Photographer’s Ephemeries

    Mein wichtigster Helfer (nach einem wertvollen Tipp von dem Landschaftsfotografen Holger Kröger) ist die App „The Photographer’s Ephemeris“. Das ist so eine Art Google Earth mit der Vorhersage von Sonnen- und Mondverlauf an jedem Ort dieser Welt. Also: Den Ort des Wunschmotivs eingeben und, schwupps, schon bekommst Du sowohl die Auf- und Untergangszeiten als auch den Stand von Sonne und Mond im Verlauf des Tages angezeigt. Geil! So lassen sich Landschaftsfotos ganz bequem vom Sofa aus planen. Zurück zu den Windmühlen: Die 19 (!) gut erhaltenen Windmühlen in Kinderdijk bei Rotterdam sind UNESCO-Weltkulturerbe und stehen in dem kleinen Örtchen schon seit dem 18. Jahrhundert. Und da ich sowieso in der Nähe war, plante ich 36 Stunden für eben diese freie Arbeit ein. In Fotografensprech sind jene 36 Stunden für mich gleichbedeutend mit zwei Sonnenauf- und einem -untergang. Ein Bed & Breakfast in der Nähe war schnell gefunden und der Wetterdienst sagte gutes Wetter voraus. Jaaaa, da fängt es schon beim Gedanken daran an, im Auslösefinger zu kribbeln!

    Screenshot The Photographers Ephemeris

    Tolle Hilfe für Landschaftsfotografen: die App „The Photographer’s Ephemeries“ (Foto: Screenshot www.photoephemeris.com)

    Making of: Filterfotografie bei den Windmühlen in Zaanse Schans

    HDR-Aufnahme der Windmühlen von Zaanse Schans – entstanden bei einer freien Arbeit

    So sieht meine Interpretation der Windmühlen in Zaanse Schans aus. Das obere Bild zeigt die Entstehung von sieben Einzelaufnahmen die mit Graufilter (HAIDA ND 1,8 64x) und Verlauffilter (HAIDA Soft GND 0,9) gemacht wurden. In der Nachbearbeitung setzte ich aus den Einzelaufnahmen ein HDR-Foto (High Dynamic Range Image – siehe: Wikipedia) mit dem unten stehenden Ergebnis zusammen. 

    Ich fuhr die Nacht durch und kam pünktlich 30 Minuten vor Sonnenaufgang am Spot an. Und hier kommen die Filter ins Spiel. Um die Windmühlen etwas anders darzustellen, als man sie von den üblichen Touristenfotos kennt, setzte ich auf Graufilter, die meine Verschlusszeit deutlich verlängern und dadurch eine verwischte Darstellung sich bewegender Objekte wie z.B. Wolken erlauben. Außerdem kamen zum Abdunkeln des Himmels Verlaufsfilter zum Einsatz und für eine Kontrastanreicherung (und wo gewollt: Entspiegelung) ein Circular Polfilter. Und zwar alles in Kombination miteinander. Bis zu drei unterschiedliche Filter befanden sich also in der Halterung vor meinem Objektiv. Hier siehst Du einige der Fotoergebnisse. Die ersten drei Fotos sind in dem kleinen Dorf Zaanse Schans gleich nach meiner Ankunft entstanden. Die weiteren Fotos zeigen einige der Windmühlen in Kinderdijk. Viel Spaß beim Anschauen!

    Windmühlen von Zaanse Schans orgens kurz vor Sonnenaufgang

    Nachtaufnahme Windmühlen in Holland

    Die Kaeserei in Zaanse Schans im Sonnenaufgang

    Langzeitbelichtung einer sich drehenden Windmühle

    Unesco-Weltkulturerbe: die Windmühlen von Kinderdijk

    Mit Graufilter in der Schwarzweiss-Fotografie: eine Windmühle in Kinderdijk

    Die Museumsmühle in Kinderdijk als Langzeitbelichtung mit ziehenden Wolken

    Wenn Dir die Fotos gefallen, freue ich mich über ein Gefällt mir auf Facebook. So bleiben wir auch weiterhin verbunden und Du wirst regelmäßig über die Ergebnisse meiner freien Arbeiten informiert. Und überhaupt: Ein Like ist die einfachste Möglichkeit, mir ein kleines Feedback auf die Ergebnisse zu geben. Wenn Du Fragen, Anregungen oder Kritik hast, freue ich mich über eine persönliche Nachricht von Dir. Hier geht es zum Kontaktformular: KLICK

     

  • Fotoreise Island 2017 – Der Weg des Eises

    Fotoreise Island 2017 – Der Weg des Eises

    Heute möchte ich einige Bilder von der Fotoreise aufs winterliche Island zeigen. Die kleine Expedition unternahm ich Anfang März 2017 gemeinsam mit dem Naturfotografen Holger Kröger von der Insel Sylt. Eines der Highlights war zweifelsfrei die Gletscherlagune Jökulsárlón. Und zwar kalbt hier Islands größter Gletscher, der Vatnajökull, in den über 200 Meter tiefen Gletschersee am Fuße der Berge. Welchen Weg das rund 1.000 Jahre alte Eis bis in den rauen Atlantik zurücklegt, zeigt die folgenden Bilderstrecke.

     

    Panorama eines Gletscherausläufers auf dem winterlichen Island

    Zwischen den Bergkämmen gelegen: Ausläufer des Vatnajökull. Dieses Foto zeigt einen von der Lagune wenige Kilometer entfernten Gletscherteil. Aus dieser Sicht wirkt das Ganze noch nicht wirklich spektakulär. Jedoch ändert sich das, je näher man dem Eis kommt.

     

    Die Abbruchkante des Gletschers Vatnajokull

    Gigantisch! Die Abbruchkante des Gletschers. Das blaue Eis lässt Fotografenherzen höher schlagen. Allerdings: Noch immer sind die wahren Dimensionen des Gletschers nicht auszumachen.

     

    Was für eine Fotoreise – Eisberge, groß wie Häuser!

     

    Mit langer Brennweite fotografiert: der Gletscher Vatnajökull

    Erst mit einen Größenvergleich im Bild wirken die haushohen Buckel so richtig eindrucksvoll. Und weil ich immer wieder gefragt werde: Nein, hier war kein Photoshop im Spiel und es handelt sich NICHT um eine zusammengesetzte Aufnahme.

     

    Langzeitbelichtung des Gletschersees Jokulsarlon

    Die abgebrochenen Eisberge sammeln sich in der gut 18 Quadratkilometer großen Gletscherlagune. Die Größe der Eisbrocken reicht vom Umfang eines Fußballs bis zur Höhe mehrstöckiger Häuser. Je nach Strömung und Windrichtung wird das Eis im See hin und hergetrieben. Und noch eine Besonderheit: In dem eiskalten Wasser fühlen sich Seehunde besonders wohl und ziehen hier ihre Bahnen. Bis zu einem halben Dutzend der verspielten Tiere konnten wir gleichzeitig beobachten.

     

    Jökulsárlón – Filmkulisse vieler Blockbuster

    Jokulsarlon als Filmkulisse für Game of Thrones(Screenshot: www.winteriscoming.net )

    Jokulsarlon als Filmkulisse für James Bond-Film

    (Screenshot: www.earth-of-fire.com )

    Die einmalige Eislandschaft Islands – und ganz besonders die Region um den Jökulsárlón – wurde übrigens schon unzählige Male als Filmkulisse genutzt. Und das für echte Blockbuster wie: James Bond – Stirb an einem anderen Tag, Tomb Raider, Batman Begins oder Game of Thrones.

     

    Treibende Eisberge auf der Gletscherlagune Jokulsarlon

    Nach und nach schmelzen die Eisberge und werden über Islands kürzesten Fluss aufs Meer hinausgetrieben. Der Jökulsá ist gerade mal 700 Meter lang und circa 80 Meter breit. An der Flussmündung bietet das Eis ein unglaubliches Naturschauspiel, was Touristen und Fotografen aus der ganzen Welt anzieht.

     

    Schwarzer Lavastrand und Eisblöcke zu Tausenden: der Diamond Beach 

     

    Ein Paradies für Naturfotografen: der Diamond Beach

    Noch nie habe ich so viele professionelle Naturfotografen wie bei dieser Fotoreise auf wenigen Hundert Metern Fläche gesehen! Die starke (und gefährliche!) Brandung wirft im Mündungsbereich des Flusses die Eisbrocken auf den schwarzen Lavastrand. Millionen Fotomotive!

     

    Fotograf bei einer Stativaufnahme am Diamond Beach

    Wer die Fotografie liebt, kann sich hier am „Diamond Beach“ so richtig austoben. Dabei werden Stativaufnahmen mit etwas längeren Verschlusszeiten zu echten Kunstwerken. Aber Vorsicht: Manche Wellen sind deutlich höher als andere und verfügen über ungeahnt starke Sogwirkung. Rund 30 Minuten nach dieser Aufnahme zerstörte ein großer Eisbrocken mein Stativ. Denn ich hatte mich zu weit ins Wasser getraut und die nächste Welle unterschätzt. Dabei zerbrach ein Stativgelenk und eines der Stativbeine verbog. Kurzum: Island gibt, Island nimmt. (Fotocredit: Holger Kröger)

     

    Traum vieler Fotografen: Der Diamond Beach auf Island

    Langzeitbelichtung am schwarzen Lavastrand mit Eisblocken auf Island

    Solche Langzeitbelichtungen sind das alles aber wert und waren der Grund für den Besuch dieses weltweit einmaligen Fotospots. Dutzende solcher Aufnahmen konnten wir während der Fotoreise auf unsere Speicherkarten bannen. Island, wir kommen wieder!

     

    Nachtrag (2018): Inzwischen haben wir eine weitere Fotoreise ins winterliche Island unternommen und konnten wieder mit einem Sack voll toller Landschaftsfotos heimkehren. Dazu sind zwei zusätzliche Blogbeiträge entstanden. Hier geht es direkt dorthin:

    Island in 8 Tagen (Part I)

    Island in 8 Tagen (Part II) Erscheinungstermin: April 2018