Diese Island Fotoreise im Herbst 2025 ist eine Fotosafari, die mir sehr viel bedeutet und auf die ich mich sehr lange gefreut habe. Und auch wenn ich in den letzten Jahren die Vorzüge von Solotrips (dieser hier zum Beispiel: Madeira im Dezember) aus unterschiedlichen Gründen sehr zu schätzen gelernt habe, ist Island eine andere Nummer. Deshalb steigen Holger und ich erneut als Team in den Flieger, der uns einige Stunden später in Reykjavík wieder ausspuckt. Viele Fototrips haben wir schon zusammen gemeistert und immer wieder festgestellt: Unsere Vorlieben für Vorgehensweise und Spots sind nahezu identisch, unsere Leidensfähigkeit bei dauerhaftem Schlafentzug und ausgedehnten Hikes ebenfalls. Und so beschließen wir gleich in Reykjavík einstimmig: „Weg hier! Raus aus der Stadt – back to nature!“
Rückblick: Bereits 2017 und 2018 waren wir gemeinsam bei zwei Winter-Fotoreisen in Island unterwegs. (Hier findest du einen Blogbeitrag von mir dazu: Island in 8 Tagen) Das großflächig vereiste Island ist überwältigend, magisch, bizarr und unberechenbar – wenn man es vorsichtig ausdrückt. Nur: Vermutlich wollten wir bei beiden vergangenen Fotoreisen zu viel auf einmal und verzettelten uns hier und da ein bisschen, um in der Kürze der Zeit die Atlantikinsel auf der verschneiten Ringstraße zu umrunden. Nun also alles anders bei dieser Island Fotoreise im Herbst. Wir beschränken uns auf den westlichen und südlichen Teil Islands und bleiben länger in den jeweiligen Region, um bei schwächeren Bedingungen die wichtigsten Spots ein zweites und zur Not auch ein drittes Mal anfahren zu können. Eine Strategie, die sich in den letzten Jahren bei unseren anderen Fotografietouren oft ausgezahlt hat.

Bei der Island Fotoreise im Herbst 2025 beschränken wir uns auf die vier markierten Bereiche dieser Übersichtskarte. (Foto: Google Earth Pro)
1. Die Halbinsel Snæfellsness – Wasser von allen Seiten
Gleich unsere erste Location soll einer unserer Top 3-Spots dieser Island-Fotosafari sein: die Hraunfossar. Hierbei handelt es sich um eine Ansammlung von mehr als 100 Wasserfällen und Rinnsale, die unterirdisch gespeist werden und sich auf einer Breite von rund 700 Metern aus dem Lavagestein in den Fluss Hvitá ergießen. Im Herbst ist dieses Naturwunder besonders beeindruckend, da die umliegende Natur in leuchtenden Rot-, Orange- und Gelbtönen erstrahlt. Das Zeitfenster hierfür ist kurz, wir kommen Anfang Oktober gerade noch rechtzeitig. Keine zehn Tage später sind auch die leuchtendsten Blätter zu kargem Gestrüpp zusammengeschrumpft.

Um die Dimensionen der Hraunfossar (deutsch: Lavawasserfälle) darzustellen, habe ich vor Beginn der „richtigen“ Landschaftsfotografie dieses iPhone-Panorama erstellt. Auf einem Dreiviertelkilometer werden die unzähligen kleinen Wasserfälle und Rinnsale unterirdisch gespeist und ergießen sich in den Fluss Hvítá.


Tarnung ist alles! Farblich habe ich mich der Umgebung angepasst. (Fotocredit: Holger Kröger)

Wie aus einem Märchen – die Hraunfossar sind eine Augenweide im Herbst.


Wenn du solche Bilder während einer Island Fotoreise im Herbst bereits am ersten Tag auf der Habenseite verbuchen kannst, freust du dich als Landschaftsfotograf wie ein kleines Kind zu Weihnachten.
Der Kirchberg und die Kirchen
Weiter geht’s: Die schwarze Kirche von Búðir und die Ingjaldshólskirche erleben (und fotografieren) wir bei außergewöhnlichen Bedingungen. Auch den Snæfellsnes-Klassiker, den Berg Kirkjufell mit dem Triple-Wasserfall im Vordergrund, können wir im pastellfarbenen Morgenlicht auf die Speicherkarten bannen. Das Wetter meint es gut mit uns. Und zwar rrrichtig gut!

Island-Klassiker: Die schwarze Kirche von Búðir.

Die Ingjaldshólskirche steht im Zentrum eines kräftigen Regenschauers. Ich liebe die Dramatik in diesem Foto!

Dass der Kirkjufell (deutsch: Kirchberg) ein Touristenmagnet ist, hat vor allem zwei Gründe: Der markante Berg ist, erstens, ganz easy mit dem Auto zu erreichen und sieht, zweitens, einfach genial aus mit diesem Dreifach-Wasserfall im Vordergrund. Wenn dann noch das Morgenlicht mitspielt, ist’s perfekt!
Spannend wird es rund um den kleinen Fischerort Arnarstapi mit seinen skurrilen Felsformationen, Buchten, Höhlen und Basaltsäulen. Das Licht ist für einen kleinen Augenblick auf unserer Seite. In den wichtigsten fünf Minuten, als die Morgensonne durch eine kleine Wolkenlücke aufs Ufer trifft, stehe ich gerade am großen Felsbogen, Holger fotografiert zu diesem Zeitpunkt die „Stone Bridge“, die ich bereits im Winter 2018 bei Traumbedingungen in mein Portfolio aufnehmen konnte. Auf jeden Fall sind wir beide an diesem Morgen in Arnarstapi sehr glücklich mit unser Bildausbeute! (Übrigens: Fotos von Reisepartner Holger findest du hier: Holger Kröger-Fotografie)

Allein zu Haus – von der Nachbarschaft hörst und siehst du hier nix!

It’s a kind of magic! Für einen kurzen Moment schiebt sich die aufgehende Sonne durch eine Wolkenlücke und scheint exakt durch den Felsbogen hindurch. Zur gleichen Zeit…

…steht Holger mit seiner Kamera ein paar Hundert Meter weiter an der „Stone Bridge“ und nimmt dieses Hochformat auf. (Wenn du die Wolkenformation links neben der Sonne vergleichst, siehst du die Übereinstimmung des Himmels.) Und das ist übrigens eine unserer Erkenntnisse während solcher Fototrips: Obwohl wir gemeinsam im gleichen Auto sitzen und an die gleichen Orte fahren, unterscheiden sich unsere Bildergebnisse im Nachgang erheblich voneinander! Der Beweis dafür, dass jeder Fotograf seine eigenen Interpretationen, Ideen und Vorlieben mitbringt und dadurch oft Fotos mit ganz unterschiedlicher Handschrift entstehen. (Fotocredit: Holger Kröger)

Tunnelblick!
Gar nicht weit entfernt können wir bei Lóndrangar unseren Blick aus rund 20 Metern Höhe in den Schlund des tobenden Atlantiks werfen, der hier mit viel weißem Wasser auf das zerklüftete Gestein trifft. Das ist kein Meeresrauschen, die Wellen schreien dich förmlich an, während im Hintergrund die Überreste eines alten Vulkankraters 70 Meter in die Höhe ragen. Endzeitstimmung!

„Wuuuusch!!!“

Regen und Regenbögen wechseln sich bei diesem Fototrip nach Island regelmäßig ab. Blöd nur, dass wir beim Erscheinen fast aller Regenbögen gerade im Auto sitzen. Hier hat es gerade so geklappt, einen zu fotografieren.

Lóndrangar – bei den Felssäulen im Hintergrund handelt es sich um Überreste eines alten Vulkankraters.
2. Zwischen zwei Kontinenten
Der Thingvellir-Nationalpark im Südwesten Islands ist ein historisch und geologisch spannender Ort! Schon die Wikinger hielten hier traditionelle Versammlungen ab – und das ist nun wirklich lange her. Thingvellir ist aber auch von vier aktiven Vulkansystemen umgeben, außerdem findet sich hier der Grenzbereich zweier tektonischer Platten, die in diesem Umfeld auseinanderdriften. Die amerikanische und die eurasische Platte haben eine lange Schlucht mit imposanten Felsspalten und Rissen gebildet.

Der Öxarafoss ist ein eindrucksvoller Wasserfall im Thingvellir-Nationalpark, der übrigens gleichzeitig UNESCO-Weltkulturerbe ist. Hier haben schon die Wikinger getagt und die Gegend gilt als Wiege des isländischen Parlaments. Man darf es so sagen: Demokratie hat hier Geschichte!

Lieblingsfarbe? Herbst!
Gar nicht weit entfernt können wir einen der weltweit aktivsten Geysire, den Strokkur, bestaunen. Im Viertelstundentakt speit der Strokkur das heiße Wasser wie mit einem Kanonenschuss bis zu 30 Meter in die Höhe, während drumherum heiße Quellen und Schlammtöpfe um die Wette blubbern. Muss man gesehen und erlebt haben!

Die „Bubble“ kurz vor Ausbruch des Geysirs.

Wunder der Natur: Wie ein Kanonenschuss speit der Geysir das heiße Wasser bis zu 30 Meter in die Höhe.
Allzu lange halten wir uns in diesem Gebiet nicht mehr auf und fahren bald weiter in den Süden Islands. Was wir uns nicht entgehen lassen: den Háifoss! Mit einer Fallhöhe von 122 Metern immerhin der dritthöchste Wasserfall des Landes, der dann in einer langen grünbewachsenen Schlucht Richtung Küste abläuft. Ziemlich spektakulär, dort oben zum Sonnenuntergang am Klippenrand zu stehen!

Keinen Schritt weiter! Ganze 122 Meter fällt das Wasser den Haifoss hinab, der damit der dritthöchste Wasserfall Islands ist.

„Schild? Was für ein Schild? Hab ich gar nicht gesehen…!? Ehrlich…!“

Auf diesen Moment haben wir gewartet. Während das Wasser in weißer Gischt in der Schlucht zerstäubt, geht am Horizont die Sonne unter. So entstehen Lieblingsfotos!

„Fotografischer Beifang“ sagen wir immer zu solchen grandiosen Motiven, die wir quasi im Vorbeifahren aufnehmen können. Der Fossálar liegt direkt an der Ringstraße. Mit dem Auto parkst du nur 50 Meter entfernt. Fotografieren darf auch mal ganz easy sein!
3. Gespensterstimmung im Hochland & Sturm in Vík í Mýrdal
Wenn du eine Island Fotoreise im Herbst unternimmst, willst du beides: Richtig schlimmes Schmuddelwetter aber auch sonniges Herbstlicht á la Indian Summer. Aus fotografischer Sicht gibt es Spots, für die du ausschließlich das eine (Schmuddelwetter) brauchst, während sich für andere Motive ausschließlich das andere (Indian Summer) eignet. Umgekehrt funktioniert’s leider nicht. Wir haben den Pabst in der Tasche und kriegen nahezu an jeder der ausgewählten Destinationen unser Wunschwetter. Manchmal müssen wir ein zweites Mal den gleichen Spot besuchen, um dem Glück ein wenig nachzuhelfen, insgesamt macht uns das Wetter aber sehr, sehr happy!
Für das südliche Hochland wünschen wir uns trübe Aussichten und bekommen: ganz ungehöriges Feuchtwetter. „Brrrr!“ Als wir die ikonische doppelte Bergspitze hinterm Bachlauf fotografieren, kriegen wir von allen Seiten Wasser ab. Fotografieren im Grenzbereich – lange macht sowas die Ausrüstung nicht mit! Genauso hatten wir es uns hier gewünscht. One dream – one Team!

So hatten wir es uns für das Hochland bei unser Island Fotoreise im Herbst gewünscht: Trübes Schietwetter, um schaurig-schöne Moody-Stimmungen mit dem Fotoapparat einzufangen.
Island Fotoreise im Herbst: Schwerer Sturm!
Weiter geht’s am schwarzen Strand von Vík í Mýrdal. Hier erleben wir einen schweren Sturm mit Windstärke 10 und Orkanböen in 11. Das ist die Stärke, bei der Nachrichtensprecher vor umstürzenden Bäumen warnen. Und wir so: „Jaaaa! Hin da!!“ Dazu muss man wissen: Der harmlos wirkende Strandabschnitt Reynisfjara ist eh bekannt für seinen kraftvollen Seegang und tückische Sneaker-Wellen, die hier schon mehrere Touristen in den Tod gerissen haben – und das schon an weniger stürmischen Tagen. Ich will nicht unken, aber: Der Reynisfjara-Strand ist tatsächlich der tödlichste Abschnitt Islands. Es gibt verstörende Videos von allzu wagemutigen Touristen, die vom Sog der ablaufenden Wellen wie Strandgut mitgerissen werden. (Hier mal ein Beispiel dazu: Youtube – Sneaker-Wave)
Was wir bei diesen Bedingungen hier erleben ist gigantisch. Du musst gegen das Meerestosen anschreien wenn du dich unterhalten willst, während die Wellen auf den Strand krachen und der feine Sand dich im Sturm sandstrahlt. Wir halten ausreichend Abstand zum Wasser und drehen den Wellen niemals den Rücken zu. Es kann dir schnell zum Verhängnis werden, wenn diese eine Welle, die weiter reinläuft als alle anderen zuvor, dir die Beine wegzieht. Wir fotografieren was das Zeug hält und können unser Glück kaum fassen. Ein Traum!

Als wir in Vik i Myrdal ankommen, herrscht bereits kräftiger Sturm. Später wechseln wir zum Black Beach (Reynisfjara), der hinter der Landspitze liegt. Dort legt die Windgeschwindigkeit nochmal einen Zahn zu…

Hörst du es?

Wie eine Mondlandschaft wirkt die Szenerie am schwarzen Strand Reynisfjara.

Exakt an dieser Stelle gab es in der Vergangenheit mehrere Todesopfer, die von den gefährlichen Sneaker-Wellen in den Atlantik gezogen wurden.

Wellen, die dich zum Fressen gerne haben!

Episch!!! (Fotocredit: Holger Kröger)
4. Am Fuße des Vatnajökull-Gletschers
Der südlichste Punkt unserer Reise ist das Vestrahorn mit der Landzunge Stokksnes bei Höfn. Gleichzeitig gilt dieses so fotogene Bergmassiv bei uns beiden aber auch als Achillesferse. Sowohl Holger als auch ich haben diesen Ort in den letzten Jahren schon mehrfach besucht, die Bedingungen haben aber nie so richtig gepasst. Problematisch wird es, wenn Nebel und/oder Wolken den Blick auf die Bergspitzen versperren. Dann kannst du das Fotografieren am besten gleich sein lassen. Genau das kennen wir aus der Vergangenheit. Diesmal planen wir 48 Stunden für diesen Ort ein und hoffen, hoffen, hoffen. Auf tolles Licht, auf wenig Touristen, vielleicht sogar auf Polarlicht? Man wird ja nochmal träumen dürfen..!

Bevor wir uns dem Vestrahorn mit der Kamera nähern, erkunden wir die übrigen Landschaften am Fuße des Vatnajökull-Gletschers. Das Eystrahorn mit der vorgelagerten Halbinsel ist gar nicht weit entfernt und wird hier vom stürmischen Atlantik umtost. Grenzwertige Bedingungen für die Drohne.

Herrlich, wie von links die untergehende Sonne in die raue Landschaft scheint.

Den beiden ist es auch zu windig – schnell zum Auto!

Wirken lassen! Dem eindrucksvollen Mulagljufur Canyon statten wir auch noch einen Besuch ab. Ganz schön hoch!

Die Hofskirkja im Süden Islands war eines meiner Wunschmotive vor Reiseantritt. Eigentlich hatte ich an einem wechselhaften Tag mein Bild schon längst im Kasten, als Wiese und Kirche plötzlich von einem flüchtigen Sonnenstrahl erfasst werden, der die Farben zum Leuchten bringt. Da war es wieder, das Glück der Tüchtigen! Holger und ich freuen uns diebisch!
Dass wir das Vestrahorn bei diesem Besuch letztlich in allen Facetten und Farben ablichten können, entschädigt doppelt für die vorangegangenen Besuche. Hier und jetzt ist deutlich mehr Glück als Verstand im Spiel. Wenn alles stimmt, muss du nur noch den Auslöser drücken. Danke, Island!

Rot, Blau, Grün, Orange – das Bergmassiv rund ums Vestrahorn können wir innerhalb von zwei Tagen in allen Farben fotografieren.

Hier sogar mit Spiegelung!


Fotografenweisheit: Vordergrund macht Bild gesund!

Fünf Stunden bei Temperaturen um und unter dem Gefrierpunkt haben wir zwischen den mit Strandhafer bewachsenen schwarzen Dünen ausgeharrt, um ein paar Bilderchen mit Polarlicht zu kriegen. Die kalten Füße sind längst vergessen, das Foto ist immernoch da!
IN EIGENER SACHE
Vor einiger Zeit habe ich auf meiner Homepage einen klitzekleinen Webshop integriert, in dem du ausgesuchte Landschaftsfotos als Highend-Druck für deine Wohnzimmerwand, das Büro oder die Praxis ordern kannst. Einige der Fotos, die du in diesem Blogpost siehst, kannst du ab sofort in meinem Onlineshop erwerben. Hier kannst du dich ein bisschen umschauen: Wandbilder-Shop von Florian Läufer. Mit deinem Kauf unterstützt du mich bei meinen freien Arbeiten, die ich auf eigene Kosten in buchungsschwachen Phasen realisiere. Das können Fototrips (dieser hier war super: La Gomera-Fotoreise), Portraitprojekte (wie zum Beispiel dieses hier: Charakterportraits in Schwarzweiß) oder auch ganz andere ausgefallene fotografische Ideen sein.

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