Die La Gomera Fotoreise geisterte mir zwar schon länger als „man-könnte-mal“ durch den Hinterkopf, letztlich ist es dann aber doch eine Last Minute-Entscheidung, den Fotorucksack zu packen und bis in den Auslösefinger motiviert in den Flieger zu steigen. Im Spätsommer zeichnete sich ab, dass ich Mitte November eine Lücke in meinem Terminkalender haben würde, um die ich von nun an alle meine Aufträge, Projekte und Termine herumbastele. Das funktioniert bis Ende Oktober ganz gut, dann gebe ich mir selbst das GO! Ich buche ein relativ günstiges Pauschalangebot mit Flug und Unterkunft über TUI, dazu einen kleinen Mietwagen- fertig! Schon zwei Wochen später setze ich mit der Fähre von Teneriffa nach La Gomera über.
Wandern & Fotografieren im Garajonay-Nationalpark
In den zwei Wochen zuvor fahre ich von null auf Hundert die Recherche hoch. Ich hatte die zweitkleinste der Kanareninseln fotografisch ja schon länger auf dem Zettel, in tiefere Planungen war ich bisher aber nicht eingestiegen. Was ich extrem faszinierend finde und Hauptgrund für meine Reiseentscheidung ist: der Garajonay-Nationalpark mit seinen ursprünglichen Lorbeerwäldern. Seit meinen beiden Madeirareisen in der Vergangenheit bin ich total geflasht von derartigen Nebelwäldern (hier findest du einen Blogpost von mir über den Fanal-Lorbeerwald auf Madeira), dass mich mein innerer Kompass nun also nach La Gomera beamt.

In der kleinen Stadt Hermigua bin ich bei meiner einwöchigen Fotoreise untergekommen.
Ökologischer Tourismus
Was die Gomeraner ganz clever machen, ist die aus sich selbst resultierende Beschränkung des Tourismus. Für Strand-Cocktail-Club-Flanier-Shopping-Urlaube ist die Insel eh kaum die richtige Destination, eher für ökologischen Tourismus. Und der bremst sich selbst über ein nur begrenztes Angebot an Unterkünften und Mietwagen aus. Am meisten ist noch im Süden der Insel los, den ich für meine La Gomera Fotoreise in Sachen Fotospots sowieso nicht so spannend finde – gut so. Der Garajonay-Nationalpark befindet sich in den höheren Lagen der Inselmitte, hier und da ergeben sich noch diverse andere Möglichkeiten an den Küstenabschnitten.

Der „Roque de Agando“ ist ein ehemaliger Vulkanschlot und thront an seiner Spitze 1251 Meter über dem Meeresspiegel im Garajonay-Nationalpark. Eines meiner Lieblingsmotive hier auf der Insel.
Meine 5/9/2/7-Strategie bei dieser la Gomera Fotoreise
Nachdem ich die Insel in der Vorbereitung zigmal von der Couch aus via Google-Earth im Tiefflug überflogen bin, habe ich mir rund ein Dutzend fotografische Ziele für diese einwöchige Fotoreise gesetzt. Vor Ort setze ich dann auf die 5/9/2/7-Strategie. Und die geht so: Um 5 Uhr morgens geht der Wecker, um 9 Uhr abends komme ich heim, dann noch 2 Stunden Wetter- und Spotrecherche für den Folgetag und das 7 Tage lang. Ergo: Es wird anstrengend! Die fotografisch wichtigsten Zeiten sind die Morgen- und Abendstunden, dazwischen nutze ich die Zeit für Location Scouting, um die anvisierten Spots besser einschätzen zu können und die Trails und Wege zunächst einmal bei Tageslicht zu laufen. Da dies ein Solo-Fototrip ist und ich morgens und abends nur im Schein der Kopflampe durch die Dunkelheit laufe, fühle ich mich besser, die Strecken zunächst bei Helligkeit kennenzulernen. Was ich dabei fotografieren kann, siehst du hier:

Solch herrliche Aussichten kannst du im Norden der Insel fotografieren.

Es ist schon verrückt, dass diese Palmenlandschaft nur wenige Kilometer von den nebelverhangenen Bergen mit ihren Lorbeerwäldern entfernt ist.

Bevor ich mich aber auf die Wanderung durch die Lorbeerwälder mache, steige ich zu den Sea Stacks bei Arguamul herab und treffe auf das typische „Wildlife“ der Insel. „Määäh!“

Es geht über einen zerklüfteten Geröllpfad ein ganzes Stück bergab zu diesem lohnenswerten Seascape-Motiv.

Ein Regenbogen an der Küste von La Gomera dürfte nicht sehr häufig zu sehen sein. Hier regnet es ja kaum… Glück gehabt!
Waldbaden im Nebel

Bei meinem ersten Trail im Nationalpark darf ich gleich den so wichtigen Nebel erleben, der den Waldlandschaften erst ihren mystischen Charakter verleiht. Ganz schön kühl – ich muss die Jacke überziehen.

Unwirklich!


Manchmal kriegst es mit der Angst zu tun…


Was tatsächlich zur fotografischen Herausforderung wird, ist die Motivfindung in diesem Urwald. Das Verlassen der Wege ist weder erlaubt noch ratsam. (Oder möchtest du dich hier verlaufen?) Der Wald ist in sich so unruhig und verwachsen, dass sich mögliche Motive nicht auf den ersten Blick erschließen.

Schön, einfach nur schön!

Und so sind es auch die ganz kleinen Dinge, die ich in den Fokus rücke.

„Was macht der denn da?“ habe ich mich gefragt, als der Kanariengirlitz wieder und wieder über den Waldboden hüpft. Bei genauerem Hinsehen bin ich ihm dann auf die Schliche gekommen: Ameisen vom Boden aufpicken! Hier hat er noch eine in der Schnabelspitze eingeklemmt.

An diesem Blick vom „Mirador del Morro der Agando“ aus kann ich mich nicht sattsehen. Und deshalb musste ich einfach ein Panorama aus drei Einzelfotos zusammensetzen, um den tollen Sonnenaufgang an diesem magischen Ort für immer als 180-Grad-Foto einzufrieren.

Guck mal, ich habe einen „Waldbrand“ fotografiert.

Was für ein Licht! Love it!

Die Felsnadel am Strand vom Playa de la Caleta macht sich gut bei Sonnenaufgang und ist nicht weit von meinem Apartment entfernt. Im Hintergrund siehst du die Bergspitze vom Teide (dem höchsten Berg auf der Nachbarinsel Teneriffa) aus dem Wolkenband herausstehen.


Die alte (und verlassene) Bananenverladestation Costillo del Mar stammt aus dem Jahre 1890. Wäre auch ein gutes Piratenversteck, oder?

Eines meiner Lieblingsbilder von dieser La Gomera Fotoreise.

Ich bin sehr dankbar, diesen Ort gesehen, gefühlt, gehört und gerochen zu haben!

Die Wege im Nationalpark Garajonay sind vorgegeben und dürfen nicht verlassen werden. Wie auch? Ist ja alles zugewuchert.


Man darf es so sagen: Es ist ein Urwald! Sehr beeindruckend!
IN EIGENER SACHE
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